Thorbecke, August [Oth.]
Statuten und Reformationen der Universität Heidelberg vom 16. bis 18. Jahrhundert — Leipzig, 1891

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(Einleitung.)

V> ir Johanns Casimir von gottes gnaden, pfaltzgrave bey Rhein, vormund
und der churfürstlichen pfaltz administrator, hertzog in Beyern u. s. w. bekennen
und thun kundt u. s. w. wie L, S. 159, mit geringen, inhaltlich kaum abweichen-
den Veränderungen, wie, daß f. 2 statt L, S. 160: „durch welchen zu diser letzten
zeitten der allniechtige gott doctor Lutherum in der hohen schul Wittenberg er-
weckhet" u. s. w. gesagt ist: durch welchen — zeiten der allmechtige gott an
underschiedlichen orten viel herrlicher werckzcug erwecket u. s. w. F. 2l) fahrt
dann nach: „und dagegen die wahre christliche religion auffgerichtet wurde" (L, S. 160)
so fort bis zu Ende der Einleitung: Wie dann sollich gottselig werck weyland
unser freundlicher liber vatter pfaltzgrave Friderich lobseliger gedechtnus vollendet,
und was von papistischen sauretteig von wegen zeitlichen abganghs gedachtes
unsers vettern pfaltzgraff Ottheinrichs uberig verbliben, solches vollends atisgefcget,
bede kirchen und schulen in ein gottselig wesen durch gottes gnedigen segen
gestelt, und unserm freundlichen lieben brudern und uns als seiner liebden erben
und successorn hinderlassen und in dero vätterlichen disposition und letzten willen
ernstlich handzuhaben auferlegt und bevolhen. Als aber hernacher durch etliche
unrüwige leuth allerhand irrige und ungereümpte, den articuln unsers christlichen
glaubens (f. 3a) widerwertige meynungen gantz verschlagener und gefehrlicher
weyß in kirchen und schulen eingefüert, also hat uns die hohe unvermeydliche
noth dahin getrungen, das, wie vor der zeit die kirchen reformation von uns
christlich furgenomen worden und glücklich zu end gebracht worden, wir gleieher-
gestalt zu der academiae reformation greiffen, etliche namhafte mängel abstellen
und mit gewissen Satzungen das Statutenbuch haben verbessern müssen, bevorab
weyl unser freundlicher lieber vetter und pflegsohn, hertzog Friderich1) pfaltzgraff
etc. bei wehrender s(einer) l(iebden) rectorat instendig bey uns drumben angehalten.

In welchem werck und fürnemen aber wir für uns (als wir mit guetem
gewissen vor gott bezeugen können) nichts gesucht, noch uns angemast haben,
dann das die ehr gottes und gemeiner nutze befürdert, der pfaltzgraven chur-
fursten als fundatorum et patronorum et conservatorum huius academiae ius et
auctoritas gehandhabt und die uhralte universitet in ihrem wolstand erhalten würde,
wie wir das von gott anbefolhenen ampts und tragender churfürstlicher admini-
stration halber weniger nit haben thun sollen oder können.

1) Friedrich war 1586-7 und 1587—8 Rektor (vgl. Toepke a. a. 0. II 131—141).

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