Windelband, Wilhelm
Präludien: Aufsätze und Reden zur Philosophie und ihrer Geschichte (Band 2) — Tübingen, 1915

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Über Mitleid und Mitfreude.

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Entsprechendes gilt vom Mitleid. Auch dies ist ein
gemischtes Gefühl und als Mitleid wohl selten ein reines
Leid. Denn daß dies Leid eigentlich und ursprünglich
nicht das unsere ist, das macht ein, wenn auch noch so
minimales Lustmoment aus. Larochefoucauld hat einmal
gesagt: II ^ u äans ls iNLlüsur äs nos insillsnrs nmis tou-
jours guslgus oüoss gul ns nous äspluit pu8 purtout, und
Rousseau war ehrlich genug, zu bekennen: lla xitis sst
äouos xurosgu'sn ss inöttunt a lu pluos äs oslui gui souklrö,
on ssnt pourtunt Is Misir äs ns pus souürir oomins lui.
Danach schiene sogar im MiÜ ^

Schadenfreude zn stecken, von
lich gesagt haben, sie sei di
stellt das Mitleid denjenigen. S,
besser und etwas höher auf dei
der es empfängt, und ebenso S
wollen" schon gewissermaßenS"^

Gnädigen, des Herablassens I^-
Feuerbach nennt gelegentlich
.Herablassung des Glücklichen z S-n
Weise führt das Mitleid ein l S
Gehobenseins bei sich. DaheiS ^
gern und so ausdrücklich ein!^
der irgendein Schlimmes gesS-
nicht, die guten Seelen, die b
wandern, um mit geräuschvolli^
rigen zu erzählen, was sich
Daher kann denn auch di^
trifft, unter Umständen außeiS'

Freilich sind die Menschen darS-^
lassen sich gern und ausgiebn^.
darin einen ausgleichenden TiS M
dadurch nur ihren Schmerz erS
sie wohl, muß ich mich von
und nun gar von diesem Men^

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