5288
5289 . -
Gin ttlärtyrer.
Lüge nicht, Zunge, für Lügen gibt’s Schläge,
Sagte der (later mit ernstem gesicht,
Creulicb befolgt’ ich es allerwege,
JTber zum Reile gedieh mir’s nicht,
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
ging ich frühmorgens, die Köchin zu wecken,
Jand den Kaplan ich im Bette der 5ee.
harmlos erzählt’ ich’s an allen Ecken,
Übel bekam mir’s, o web, o weh.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Kind, seufzt die Mutter, was soll aus dir werden,
JTIs Polizeiwillkür mal ich gerügt.
So ein Sendarm ist doch Rerrgott auf Erden,
Selbst wenn betrunken im graben er liegt.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Fürsten und Beeren, genial sind sie immer.
Sitzt auch gewaltig der gut ihnen schief.
Jedermann schwört: UonUerrücktbeit keinScbimmer,
Dämlicher Bengel, das ist impulsiv.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Mo und wann je ich ein Wörtchen verloren,
Regnet es Püffe und Streiche und Spott;
Der nimmt beim Kragen mich, der bei den Obren:
Bist du denn ganz verlassen von Gott?
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Klagt’ ich mein Leid dem Isaak Cründel,
Lachte der Alte: Du närrisches Schaf!
Uor der Kirchentür gilt nur der Schwindel,
hinter der Kirchentür sei fromm und brav.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau. coni B-e.
Pan Psermickis Leiligenschein.
Von Paul Lermann Larlwlg.
Die Hand des Herrn Propstes Pan Jegar
Psermieki besaß eine ungewöhnlich segensreiche
Kraft. Die vertrauenden Seelen in Smigilno
glaubten an diese Hand wie an die Wirkung
der Statue des heiligen Adalbert, der im Dom
zu Gnesen so viel Wunder übte.
Hatte es nicht im letzten Sommer zwei Tage
später geregnet, nachdem der Herr Propst in
vollem Ornat durch die dürstenden Felder ge-
schritten war und die Hand über die Ähren
gebreitet hatte? Und war nicht die braune
Kuh des Janeck Dryalski, an deren Aufkommen
die Familie zweifelte, wieder genesen, nach-
dem die fette weiße Rechte mit der großen
Warze am kleinen Finger ihr energisch über
den Leib gestrichen hatte. Die alten Weiber
in Smigilno schrieben die gute Wirkung eben
dieser Warze zu. Es war eine Dreistigkeit
dieses verfluchten deutschen Hundes, des Tier-
arztes Pfotenhauer, die Heilung der guten Kuh
seinen Tränken zuzuschreiben. Welche Teufels-
erfindungen mochten darin enthalten gewesen
sein!
Beim L'hombre bekam der Herr Propst immer
die besten Karten, wenn er am Geben war.
Und die Sellerieknollen und Rettiche, die seine
Hand scherzend im Märzmonat den schwarzen
Beeten anvertraute, hatten gewiß den dop-
pelten Umfang der gewöhnlichen.
Die Eingeborenen des kleinen Landstädtchens
glaubten unverrückbar an den Segen dieser
Hand, und wenn ihr Besitzer die imponierende
Fülle seiner gewichtigen Persönlichkeit durch
die bescheidene» Straßen trug, dann waren es
Zeichnung von A. Fiebiger.
nicht nur die Kinder, die sich eifrig danach
drängten, den Rocksaum oder gar die Hand
selbst ehrfürchtig mit den Lippen zu berühren.
Die Frauen und Mädchen knicksten und ver-
neigten sich, als käme das Venerabile selbst,
und die Männer standen mit abgezogenen
Mützen und demütig gesenktem Kopfe, bis der
Hüter ihrer Seelen seine Schritte weitergelenkt
hatte.
Des Herrn Propst kleine blitzende Augen
verstanden scharf zu blicken, und wer etwa
nachließ im schuldigen Respekt, der hatte im
Beichtstuhl keinen leichten Stand.
Besonders die jungen Burschen, die nach
beendeter Militärzeit aus Posen zurückkamen,
zeigten gelegentlich aufsässige Mucken, aber des
Herrn Propst weise Strenge zwang sie rasch.
Wir sind allzumal arme schwache Sünder, und
der Herr Propst machte es zur großen Oster-
beichte den jungen Rebellen nicht eben leicht.
Und Stascha, Maria, Antolla, Kundga, Jad-
wiga, Eusebia, und wie sie alle hießen, standen
in guter Zucht und hielten sich tugendhaft von
denen fern, die ihren Beichtzettel unter so er-
schwerenden Umständen erhielten. Aber ins-
geheim schielten sie doch nach den Taugenichtsen,
dem Woitee, Wladie und Kasimir — es waren
gerade die strammsten und hübschesten Bengel.
PanJegarPsermieki hielt in seinem Sprengel
auf Sitte. Nur nach dem großen Herbstjahr-
markt machte er eine Ausnahme — als weiser
Priester wußte er, daß man die liebe Gemeinde
nicht immer auf Kandaren reiten konnte.
Mit den Amtsbrüdern der umliegenden Kirch-
dörfer kam es zuweilen zu christlichen Aus-
einandersetzungen, wenn die jungen Frauen und
Mariellen zu eifrig nach Smigilno pilgerten,
um sich über unterschiedliche Nöte des Leibes
und der Seele bei Pan Psermieki Rats zu er-
holen. Sie waren doch auch des Wortes mächtig,
lasen Messen und Gebete und verschenkten die
schönsten bunten Heiligenbilder.
Der Herr Kaplan von Klarnowo war, wie
die alten Weiber von Smigilno, geneigt, den
starken Einfluß auf die Warze am kleinen
Finger der rechten Hand zurückzuführen, und
hatte bereits anonym beim Briefkasten des
„Pelikan" angefragt, ob Warzen künstlich zu
erzeugen wären.
Zu einer ernsten Auseinandersetzung ließ es
jedoch keiner kommen; alle hatte gründlichen
Respekt vor der überlegenen Persönlichkeit
Pan Psermiekis, außerdem ivar er glänzend
bei dem Herrn Erzbischof angeschrieben. Seine
Eminenz hatten mehrfach im kühlen Pfarrhaus
zu Smigilno Einkehr gehalten. Die Küche ver-
sorgte die ehrsame Jungfrau Kundga gar
wunderlieblich; sie war wieder eine wirkliche
Jungfrau, da sie über sechzig zählte und selbst
die Fleischeslust der Bescheidensten nicht mehr
anzuregen vermochte.
Man hätte billig annehmen sollen, daß Seiner
Eminenz Freund, ein Mann so hoch und er-
haben, ein Säulenheiliger fast, keinen Gegner
haben könne, und doch hatte einer die Ver-
messenheit, die Stirn wider ihn zu erheben.
Da war Wenzel Jgelin, der Kürschner,
Gerber, Glaser und Anstreicher Smigilnos.
Dieser Kerl ohne Scham und Ehre hatte es
gewagt, das Kleid Pan Psermiekis mit dem
Geifer übler Nachrede zu besudeln. Er war
zwar kein Ungläubiger, doch stammte er irgend-
wo aus dem Reiche, wo Zweifler und Un-
gläubige ihre sündhaften Wohnungen hatten.
Warum mußte die kluge Jungfrau Kundga
auch diesen Unzuverlässigen zuziehen, als Hoch-
ivürden die niederen Parterrefenster seines
Arbeitszimmers mit matten Farben gestrichen
haben ivollte. Es war doch nur wegen des
grellen Sonnenlichts und den empfindlichen
Augen des hochwürdigsten Herrn. Jeder brave
Christ mußte das ohne weiteres einsehen.
Wenzel Jgelin aber schloß von einem braunen
falschen Zopfe, den er auf dem Schreibtisch
des Herrn Propst gesehen hatte, auf ganz
andere Dinge und hatte die Frechheit, auch
die Mattierung der Fenster mit seinen un-
sauberen Vermutungen in Verbindung zu
bringen. Solche falschen braunen Zöpfe trug
in der Gegend nur die sonst noch wohl-
gefestigte Wirtschaftsmamsell auf dem Maier-
hof in Klarnowo.
Aber konnte sie ihren Hauptschmuck bei der
großen sommerlichen Hitze nicht einfach ab-
gelegt und dann vergessen haben? Vielleicht
hatte ihr auch der Hochwürdige Eitelkeit und
Hoffart untersagt, und die Gehorsame hatte
gleich den Anfang gemacht. Doch Wenzel
Jgelin, als Wirtshausläufer und arger Spöt-
ter bekannt, blieb auf seinem Stück bestehen,
ging sogar in seinen Verdächtigungen noch
weiter, indem er auf die schmucke Waruschka
von Dobschin und die Pfarrmägde Jsabella
und Stanislawa zurückgriff.
Als Pan Psermieki von dem Frevel dieses
Gemeindemitglieds hörte, erfaßte ihn ein
heiliger Zorn. Da er ein Mann von raschen
Entschlüssen war, verkündete er gleich am
nächsten Sonntag in der Kirche, daß Wenzel
Jgelin ein höchst verdorbenes Subjekt sei, das
lange nicht gebeichtet habe und dem in keiner
Hinsicht Glauben geschenkt werden dürfe. Er
hoffe auf seine treue Gemeinde und fordere
sie auf, mit ihm den räudigen Hund auf den
rechten Weg zurückzuführen.
Wenzel Jgelin suchte diese öffentliche Brand-
markung wegzuspotten, aber er lachte nicht
lange. Er wurde nicht nur von aller Welt
boykottiert, sondern erfuhr namentlich im eige-
nen Hause üble Tage vou seinem Weib, zu
deren Hilfe eine fürchterliche Schwiegermutter
herbeieilte. Niemand ließ seinen Zaun an-
streichen, kein zerbrochenes Fenster wurde er-
setzt und in die Schafpelze ließen die Besitzer
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Gin ttlärtyrer.
Lüge nicht, Zunge, für Lügen gibt’s Schläge,
Sagte der (later mit ernstem gesicht,
Creulicb befolgt’ ich es allerwege,
JTber zum Reile gedieh mir’s nicht,
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
ging ich frühmorgens, die Köchin zu wecken,
Jand den Kaplan ich im Bette der 5ee.
harmlos erzählt’ ich’s an allen Ecken,
Übel bekam mir’s, o web, o weh.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Kind, seufzt die Mutter, was soll aus dir werden,
JTIs Polizeiwillkür mal ich gerügt.
So ein Sendarm ist doch Rerrgott auf Erden,
Selbst wenn betrunken im graben er liegt.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Fürsten und Beeren, genial sind sie immer.
Sitzt auch gewaltig der gut ihnen schief.
Jedermann schwört: UonUerrücktbeit keinScbimmer,
Dämlicher Bengel, das ist impulsiv.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Mo und wann je ich ein Wörtchen verloren,
Regnet es Püffe und Streiche und Spott;
Der nimmt beim Kragen mich, der bei den Obren:
Bist du denn ganz verlassen von Gott?
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau.
Klagt’ ich mein Leid dem Isaak Cründel,
Lachte der Alte: Du närrisches Schaf!
Uor der Kirchentür gilt nur der Schwindel,
hinter der Kirchentür sei fromm und brav.
Crau, schau — au!
Braun ist mein Buckel und blau. coni B-e.
Pan Psermickis Leiligenschein.
Von Paul Lermann Larlwlg.
Die Hand des Herrn Propstes Pan Jegar
Psermieki besaß eine ungewöhnlich segensreiche
Kraft. Die vertrauenden Seelen in Smigilno
glaubten an diese Hand wie an die Wirkung
der Statue des heiligen Adalbert, der im Dom
zu Gnesen so viel Wunder übte.
Hatte es nicht im letzten Sommer zwei Tage
später geregnet, nachdem der Herr Propst in
vollem Ornat durch die dürstenden Felder ge-
schritten war und die Hand über die Ähren
gebreitet hatte? Und war nicht die braune
Kuh des Janeck Dryalski, an deren Aufkommen
die Familie zweifelte, wieder genesen, nach-
dem die fette weiße Rechte mit der großen
Warze am kleinen Finger ihr energisch über
den Leib gestrichen hatte. Die alten Weiber
in Smigilno schrieben die gute Wirkung eben
dieser Warze zu. Es war eine Dreistigkeit
dieses verfluchten deutschen Hundes, des Tier-
arztes Pfotenhauer, die Heilung der guten Kuh
seinen Tränken zuzuschreiben. Welche Teufels-
erfindungen mochten darin enthalten gewesen
sein!
Beim L'hombre bekam der Herr Propst immer
die besten Karten, wenn er am Geben war.
Und die Sellerieknollen und Rettiche, die seine
Hand scherzend im Märzmonat den schwarzen
Beeten anvertraute, hatten gewiß den dop-
pelten Umfang der gewöhnlichen.
Die Eingeborenen des kleinen Landstädtchens
glaubten unverrückbar an den Segen dieser
Hand, und wenn ihr Besitzer die imponierende
Fülle seiner gewichtigen Persönlichkeit durch
die bescheidene» Straßen trug, dann waren es
Zeichnung von A. Fiebiger.
nicht nur die Kinder, die sich eifrig danach
drängten, den Rocksaum oder gar die Hand
selbst ehrfürchtig mit den Lippen zu berühren.
Die Frauen und Mädchen knicksten und ver-
neigten sich, als käme das Venerabile selbst,
und die Männer standen mit abgezogenen
Mützen und demütig gesenktem Kopfe, bis der
Hüter ihrer Seelen seine Schritte weitergelenkt
hatte.
Des Herrn Propst kleine blitzende Augen
verstanden scharf zu blicken, und wer etwa
nachließ im schuldigen Respekt, der hatte im
Beichtstuhl keinen leichten Stand.
Besonders die jungen Burschen, die nach
beendeter Militärzeit aus Posen zurückkamen,
zeigten gelegentlich aufsässige Mucken, aber des
Herrn Propst weise Strenge zwang sie rasch.
Wir sind allzumal arme schwache Sünder, und
der Herr Propst machte es zur großen Oster-
beichte den jungen Rebellen nicht eben leicht.
Und Stascha, Maria, Antolla, Kundga, Jad-
wiga, Eusebia, und wie sie alle hießen, standen
in guter Zucht und hielten sich tugendhaft von
denen fern, die ihren Beichtzettel unter so er-
schwerenden Umständen erhielten. Aber ins-
geheim schielten sie doch nach den Taugenichtsen,
dem Woitee, Wladie und Kasimir — es waren
gerade die strammsten und hübschesten Bengel.
PanJegarPsermieki hielt in seinem Sprengel
auf Sitte. Nur nach dem großen Herbstjahr-
markt machte er eine Ausnahme — als weiser
Priester wußte er, daß man die liebe Gemeinde
nicht immer auf Kandaren reiten konnte.
Mit den Amtsbrüdern der umliegenden Kirch-
dörfer kam es zuweilen zu christlichen Aus-
einandersetzungen, wenn die jungen Frauen und
Mariellen zu eifrig nach Smigilno pilgerten,
um sich über unterschiedliche Nöte des Leibes
und der Seele bei Pan Psermieki Rats zu er-
holen. Sie waren doch auch des Wortes mächtig,
lasen Messen und Gebete und verschenkten die
schönsten bunten Heiligenbilder.
Der Herr Kaplan von Klarnowo war, wie
die alten Weiber von Smigilno, geneigt, den
starken Einfluß auf die Warze am kleinen
Finger der rechten Hand zurückzuführen, und
hatte bereits anonym beim Briefkasten des
„Pelikan" angefragt, ob Warzen künstlich zu
erzeugen wären.
Zu einer ernsten Auseinandersetzung ließ es
jedoch keiner kommen; alle hatte gründlichen
Respekt vor der überlegenen Persönlichkeit
Pan Psermiekis, außerdem ivar er glänzend
bei dem Herrn Erzbischof angeschrieben. Seine
Eminenz hatten mehrfach im kühlen Pfarrhaus
zu Smigilno Einkehr gehalten. Die Küche ver-
sorgte die ehrsame Jungfrau Kundga gar
wunderlieblich; sie war wieder eine wirkliche
Jungfrau, da sie über sechzig zählte und selbst
die Fleischeslust der Bescheidensten nicht mehr
anzuregen vermochte.
Man hätte billig annehmen sollen, daß Seiner
Eminenz Freund, ein Mann so hoch und er-
haben, ein Säulenheiliger fast, keinen Gegner
haben könne, und doch hatte einer die Ver-
messenheit, die Stirn wider ihn zu erheben.
Da war Wenzel Jgelin, der Kürschner,
Gerber, Glaser und Anstreicher Smigilnos.
Dieser Kerl ohne Scham und Ehre hatte es
gewagt, das Kleid Pan Psermiekis mit dem
Geifer übler Nachrede zu besudeln. Er war
zwar kein Ungläubiger, doch stammte er irgend-
wo aus dem Reiche, wo Zweifler und Un-
gläubige ihre sündhaften Wohnungen hatten.
Warum mußte die kluge Jungfrau Kundga
auch diesen Unzuverlässigen zuziehen, als Hoch-
ivürden die niederen Parterrefenster seines
Arbeitszimmers mit matten Farben gestrichen
haben ivollte. Es war doch nur wegen des
grellen Sonnenlichts und den empfindlichen
Augen des hochwürdigsten Herrn. Jeder brave
Christ mußte das ohne weiteres einsehen.
Wenzel Jgelin aber schloß von einem braunen
falschen Zopfe, den er auf dem Schreibtisch
des Herrn Propst gesehen hatte, auf ganz
andere Dinge und hatte die Frechheit, auch
die Mattierung der Fenster mit seinen un-
sauberen Vermutungen in Verbindung zu
bringen. Solche falschen braunen Zöpfe trug
in der Gegend nur die sonst noch wohl-
gefestigte Wirtschaftsmamsell auf dem Maier-
hof in Klarnowo.
Aber konnte sie ihren Hauptschmuck bei der
großen sommerlichen Hitze nicht einfach ab-
gelegt und dann vergessen haben? Vielleicht
hatte ihr auch der Hochwürdige Eitelkeit und
Hoffart untersagt, und die Gehorsame hatte
gleich den Anfang gemacht. Doch Wenzel
Jgelin, als Wirtshausläufer und arger Spöt-
ter bekannt, blieb auf seinem Stück bestehen,
ging sogar in seinen Verdächtigungen noch
weiter, indem er auf die schmucke Waruschka
von Dobschin und die Pfarrmägde Jsabella
und Stanislawa zurückgriff.
Als Pan Psermieki von dem Frevel dieses
Gemeindemitglieds hörte, erfaßte ihn ein
heiliger Zorn. Da er ein Mann von raschen
Entschlüssen war, verkündete er gleich am
nächsten Sonntag in der Kirche, daß Wenzel
Jgelin ein höchst verdorbenes Subjekt sei, das
lange nicht gebeichtet habe und dem in keiner
Hinsicht Glauben geschenkt werden dürfe. Er
hoffe auf seine treue Gemeinde und fordere
sie auf, mit ihm den räudigen Hund auf den
rechten Weg zurückzuführen.
Wenzel Jgelin suchte diese öffentliche Brand-
markung wegzuspotten, aber er lachte nicht
lange. Er wurde nicht nur von aller Welt
boykottiert, sondern erfuhr namentlich im eige-
nen Hause üble Tage vou seinem Weib, zu
deren Hilfe eine fürchterliche Schwiegermutter
herbeieilte. Niemand ließ seinen Zaun an-
streichen, kein zerbrochenes Fenster wurde er-
setzt und in die Schafpelze ließen die Besitzer