Jellinek, Max Hermann  
Friedrich von Schwaben: aus der Stuttgarter Handschrift (Deutsche Texte des Mittelalters, Band 1) — Berlin, 1904

Seite: 20
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/Jellinek1904/0038
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
20

1275'Davon solt du lassen

Und haim faren dein straussen.'
'Ist das ich laß davon,
Got sol mir nimmer bey bestan.'
'Fridrieh, wer all die weit dein aigen,

i28oNieman kan mich dir zaigen,
Nu gelaube mir,
So ich ietz komm von dir:
Ich enwaiß nit meins wesen,
Wa ich das tu uß lesen,

1285 In was landen und reichen

Ich den Hecht esten brunnen kan er-

strichen.
Darumb solt du begeben die sach
Und haben dein gemach.
Alle hoffnung ist mir benommen.

[22b] Zu kainer losung mag ich kommen:

1291 Nu hast du verloren ain oug.
Es müst sein ain grosse plaug,
Solt mir losung geschechen.
Nimmer wil ich deß verjehen,

1295 Von dryer sachen hört,
Die habent herttes gefört.
Solt es muglich sein,
Ob du behieltest das ouge din
Gar und gantz unverseret,

1300 Dennocht sind mir mein fröd beköret,
So ich gedenck an das hört streitten
Das geschechen muß zu den zeitten
So wir kommen haim ze land:
Dein lib muß wesen pfand

i305Unntz du dryer kempffe groß
An kainem würst siglos:
Ain kämpf für mich,
Darnach, so sprich [ich],
Die anderen zwen kempf hört

1310 Für mein zwo junckfräwen werd.

Wir müssen uns laider nu schaiden.
Wa ich hin ker, ich far mit laide.'
Fridrich der fürst werd
Gen himel von der erd

1315 Sach er uff mit betrüptem müt
Und sprach 'her'e got der gut,
Wa ich an dir missetü,
Dein barmung ker darzü,
Und hilf mir durch die barmung dein

[23a] Erfüllen den willen mein.'

1321 Angelburg er ane sach,

Uß grossem jamer er da sprach
'Was du mir hast vor geseit,
Darumb trag ich nit laid,

1325 Und bit dich durch aller fräwen er:
Wann ich lib gut und sei ymmer mer
Durch deinen willen will wagen,
Nu laß dich nit betragen,
Gib mir zu letzst ain urkünd,

1330 Ob mir got helf geleben die stund
Das ich wider kom zu dir.'
Sy sprach *nu nimm von mir
Ain fingerlin von gold rot,
Das behalt biß an deinen tot,

1335 Dar inn leit ain stain verborgen,
Behalt es mit sorgen:
Komest du in fwres not,
Es hilft dich für den tot.'
Die zwo junckfräwen giengen her

1340 Unnd sprachen '0 we, her', unnser s war
Die wir von ewern wegen müssen

liden!
Wer mag uns das abschneiden?'
Er fraget nach ir baider namen.
Deß fürsten tochter wolt sich nit

schämen:

1345'Malmelona bin ich genannt.'

1286. Ich H; In S.

1298. erwürbist Ia-

1308. die Ergänzung nach IaH.

1317. 18 fehlen !<*■

1319. 20. dein statt am Schluss von 1319 am Anfang von 1320.
loading ...