Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Katalog der sehr werthvollen Sammlung von Künstler-Lithographien aus dem Besitze eines bekannten Berliner Kunstfreundes: enthaltend die kostbarsten und seltensten Blätter aus der Erfindungs und Blüthezeit der lithographischen Kunst in chronologischer Anordnung ... ; Versteigerung 20. März 1902 und folgende fünf Tage (Katalog Nr. 66) — Berlin, 1902

Seite: 78
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JOSEPH SCHINDLER, Mal er und Lithograph, geb. 1777 'n ^t. Pölten, gest. 1S36 in Wien. Schüler der dortigen
Akademie, an der er später Professor wurde.

1193 Selbstbildniss, nach rechts. 4. 1820.

Feines, seltenes Blatt.

1194 7 Blatt: Figürliche Darstellungen und Thierstücke, qu. 4. um 1820.

Ebenso.

1195 3 Blatt: Rauchende Orientalen: Baumstudie, grosse Landschaft. 4 u. qu. fok um 1820.

LUDWIG SCHNORR VON CAROLSFELD, Maler, geb. i78S in Königsberg, Schüler der Wiener Akademie,
machte Reisen in Deutschland, der Schweiz und Frankreich, wurde Custos am Belvedere zu Wien, wo er sich
niederliess und 1853 starb.

1196 2 Blatt: Professor P. Franz: Baumeister Anton Pilgram. Brustbilder, kl. fol.

Feine, ausserordentlich seltene Blätter. Lithogr. Institut. 1820 und I826.

FRANZ SCHWEIGHOFER, Zeich ner und Ingenieur. War um 1820 als Lehrer an der Akademie zu Prag thätig.

1197 Landschaft mit Eseltreibern im Vordergrund. Dietrich p. qu. fol. Lith. Institut, um 1819.

Selten.

MORITZ VON SCHWIND, geb. 1804 in w ien, gest. 1871 in München. Der berühmte Maler hat in seinen Jugend-
jahren Blätter lithographirt, die jetzt sehr selten geworden sind. Dieser grosse Künstler hat wie Menzel für
Sachse, Jugendarbeiten für die lithogr. Anstalt von Trentsensky geliefert, die inhaltlich im Gegensatz zu ihrer
vorzüglichen Ausführung stehen. Dieselben sind heute zu den grössten Seltenheiten der lithogr.
Incunabeln-Epoche zu zählen. Siehe auch No. 1210.

1198 6 Blatt zu „Oesterreichs Sagen und Heldenmahle", qu. fol. um 1824.

1199 5 Blatt zu „Ritterspiegel", qu. fol. um 1824.

1200 3 Blatt zu derselben Folge, davon ein Blatt doppelt und eines ausgemalt, qu. fol. um 1824.

FRANZ S I ElNl^ ELD. Maler und Lithograph, geb. 1787 in Wien, Schüler der dortigen Akademie, wurde 1815 Kammer-
maler und 1838 Akademieprofessor in seiner Vaterstadt. Gest. 186S zu Pisek. — Die Landschaften dieses
Künstlers, welche der frühen Wiener Incunabeln-Epoche angehören, sind ausserordentlich fein und selten.

1201 Der Kalkofen im Hellenen-Thal nächst Baaden in Nieder-Oesterreich. kl. qu. fol.

Lithogr. Institut. 1818.

1202 Der kalte Gang bey Guttenstein in Nieder-Oesterreich. gr. qu. fol. Lithogr. Institut. 1818.
STÖHR.

1203 Dei" Erlöser nach Caracci. gr. fol. um 1820.

Schönes und technisch ausserordentlich feines Blatt der frühen Zeit.

RITTER VON TRALTMANNSDORF.

1204 2 Blatt: Ludwig XIV.: Franz von Sickingen. Brustbilder. Kreide.

Sehr früh und selten: Gedruckt im Lithogr. Institut um 1819.

JOSEPH UND M. TRENTSENSKY, rühmlichst bekannte Wiener Lithographen, Schüler von Kunike, dessen
Anstalt später in ihren Besitz überging. — Die Erzeugnisse dieser Druckerei, von bedeutenden Künstlern in ihrer
Entwickelungsperiode gearbeitet, schildern das Wiener Leben der damaligen Zeit, sind stark begehrt und da aus
sehr früher Zeit, von grosser Seltenheit.

1205 Heirathsantrag eines Tanzmeisters, kl. fol. um 1823.

Reizendes frühes und sehr seltenes Blatt.

1206 3 Blatt zu „Die Entdeckung von Amerika", qu. fol. um I824

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