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Gerhard, Eduard
Auserlesene Griechische Vasenbilder, hauptsächlich Etruskischen Fundorts (Band 2): Heroenbilder — Berlin, 1843

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TAFEL XC — XCH.

TH EBANISCHES.

Taf. XC. Europa; archaische Amphora der Feoli’schen Sammlung zu
Rom (1). — Unsre kleine Auswahl thebanischer Mythen beginnen wir
mit der Stammmutter des kadmeischen Geschlechts, mit Europa. Ihre
Darstellung kann nicht unzweifelhafter sein als im zwiefachen Bild des
hier dargestellten Gefäfses. In züchtiger Kleidung und behaglicher Geberde
nimmt Agenor’s Tochter den Rücken des Stieres ein, welcher, sobald sie
sich sicher fühlt, über die Wogen des Meers sie nach Kreta versetzen
wird. In zweimaliger Wiederholung bietet dies Bild keine erhebliche Ver-
schiedenheit, sondern gerade nur jene Freiheit dar, welche den Repliken
alter Kunst zu durchgängiger Schutzwehr gegen den Vorwurf ängstlicher
Nachahmung dient. Wiederholt ist auch die Namensinschrift der Haupt-
person, dieses in seltsamer Form — EVPOriElAf2), EvqmtzsLcc, wie [AO-rivala
für ’A&yvrj —; nur im übrigen wechselt die alte Beischrift, indem sie ein-
mal die Bezeichnung des weidenden Stiers, mit rühmendem Beiwort beglei-
tet, enthält -— TAYPOZ (hOPBAZ d. i. ravoog cfopßag3^ —, das andremal
aber einen Namen uns liefert, welcher vielleicht dem Besitzer des Gefäfses
gilt: POZANIAAEZ.

Übrigens ist der mythische Gegenstand, den wir urkundlich hier vor
uns haben, bei weitem so häufig nicht als das Bild, welches auf häufigen
Vasengemälden, dem unsrigen ähnlich, sich wiederholt. Völlig dieselbe
Figur einer von Stieres Rücken getragenen Frau kehrt mit dem Zusatz

(J) Campanaii Vasi Feoli no. 3. pag. 16 ff.
Vgl. Rapporto volc. not. 249.

Zweimal (Evqo>iihu und Evqwti ,. «) nach

unsrer Zeichnung} dagegen Campanari a. a. 0.
das zweitemal EvQaine liest.

(3) Nach Campanari’s richtiger Erklärung: Aail~
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