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Zangemeister, Karl [Editor]
Die Wappen, Helmzierden und Standarten der Grossen Heidelberger Liederhandschrift (Manesse-Codex): (Manesse-Codex) — Görlitz, 1892

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https://doi.org/10.11588/diglit.1727#0024
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und Grimme S. 414. Welcher von den im 13. Jh. vor-
kommenden Wilhelmen unser Dichter ist, bleibt zweifelhaft.
Gräsner, Geschlecht der Herren von Heinzenberg,
in den Acta acad. Theod. Pal., tom. bist. IV 1778 p.
402 ff.; Hagen n. 51 S. 238. 527. 757; Bartsch, Germa-
nia 8,36; Simrock, Rheinland 4. Aufl. (1865) S. 235;
Weidenbach, Nahethal, Bd. IV (1870) S. 247 [= Rhein.
Antiquarius, Mittelrhein II 19]; Grimme, Germania

32, 413-

Auf der Schnalle des Helmkleinods scheinen in un-
serer Hs. nur rothe Edelsteine dargestellt gewesen zu sein.

Weing. S. 125 [Taf. LXII 18] dasselbe Wappen mit
Abweichungen am Helm (s. Seyler S. 108) und in den
Farben (danach Grünenberg Taf. 128).

2. Herr Leuthold von Seven. („Savene" B).
Blatt 164'.

Heimath: Säben im Eisackthal (Tirol). — Zeit:
erste Hälfte des 13. Jahrhunderts; er war ein jüngerer Zeit-
genosse und Nachahmer Walthers (Bartsch). Urkundlich
noch nicht nachgewiesen. — Vgl. das Wappen des von
Hamle Taf. XVI 2.

Hagen IV n. 52 S. 487. 757. 779; V Taf.
XXIII (S. 249); Bartsch DL' S. XLV; Burdach, Allg.

Biogr- 34,73-

Weing. S. 128 [Taf. LXII 19] mit Abweichungen
in Farben und im Helmkleinod (das Bild selbst ganz ver-
schieden).

Tafel XXVII.

1. Herr Walther von Metz. Blatt i66'.

Heimath : wahrscheinlich Tirol, zwischen Bozen und
Trient. r. am Etschthale (Wälsch-Metz, in der Nähe:
Deutsch-Metz). — Zeit: um 1270 gestorben. Ueber
das Wappen s. Hagen IV n. 53 S. 244. — Bartsch DL
S. LVI; Kummer, Wildonie 1880 S. 70; Wilmanns, Allg.
Biogr. 21, 529. ■— In dem Original sind Augenbrauen,
Augensterne und eine Mundlinie eingekratzt (vgl. den
Lichtdruck), ohne Zweifel von späterer Hand.

Der Ritter sprengt in voller Rüstung mit dem Helm
auf dem Haupte, den Schild in der L. und das Banner
in der R. haltend, nach links (v. Besch.). Mit den blau
und silbernen Vierecken seines Wappens ist auch die
Decke seines Pferdes geschmückt.

Vgl. bezüglich der Weing. Hs. zu Taf. XXVII, 2.

2. Herr Rubin. [„Her Rubin" auch das Re-
gister; ,,H(er) Rubin" die Vorschriften über
dem Bilde und über dem Texte.] Blatt 169'.
Die Stammburg Rubein bei Meran in Tirol steht
noch. Zeit: zweite Hälfte des XIII. Jahrhunderts. —
Hagen IV n. 54; V Taf. XXV (S. 251); Bartsch DL
Si LVII; Roethe, Allg. Biogr. 29, 432.

Unsere Hs. (C) zeigt ein redendes Wappen. In der
Weing. Hs. (B)S. 131 [Taf. LXII 20] ist dem Rubin das
Wappen beigelegt, welches (in Einzelheiten abweichend) C
dem Walther von Metz giebt. Dieser Irrthum rührt wohl da-

her, das in B auf Seven sogleich Rubin folgt, während
in C dazwischen Metz steht, und dasselbe wohl auch in
der gemeinsamen Quelle von BC der Fall war. Der
Zeichner von B übersah dieses Fehlen und malte also
nach dem Wappen des Seven das von Metz.

Das Bild für Rubin in B ist ganz verschieden von
dem in C, dagegen hat das für Seven in B eine ge-
wisse Aehnlichkeit mit dem für Metz in C.

Ueber den Helmschmuck in B vgl. Seyler S. 120.

Tafel XXVIII.

i. Herr Bernger von Horheim. Blatt 178.

„Her Bemge von Horhein" C, „H. Bernger v.
Homeim" B. — Heimath : Oberdeutschland, wo in Baiern
und in Württemberg (Enzgau, Oberamt Vaihingen) Herren
von Horheim nachgewiesen sind. — Zeit: Ende des 12.
Jahrhunderts. Wohl identisch mit der von Grimme in
zwei italienischen Urkunden vom J. 1196 nachgewiese-
nen gleichnamigen Persönlichkeit.

Hagen IV n. 55; Haupt MF S. 277, Bartsch
DL S. XXXVI; Grimme, Germania 32 S. 367; Buch-
holz, die Lieder des B. v. H, Progr., Emden 1889.

Weing. S. 76 (mit anderen Farben), s. Taf. LXII 11.

2. Der von Johansdorf. Blatt 179'.

„Albreht von Johannesdorf" A, „H. Albreht von
Jansdorf" B. — Heimath: Bayern. Der in Urkunden um
1185 bis 1209 erwähnte Albrecht v. J. wird für den
Dichter gehalten; nach Hornoff war er Lehnsmann der
Bisthümer Bamberg und Passau. — Hagen IV n. 56 S.
252 und 757; V Taf. XXVI (S. 253); Haupt MF
S. 269; Bartscli DL S. XXXV; Hornoff, der Minnes. A.
v. Johansdorf, Germania 33, 385 (auch als Leipziger
Diss.: Wien 1889) und 34, 75.

Weing. S. 40 [Taf. LXI 7] giebt nur den Helm (da-
nach Grünenberg Taf. 128, eigenmächtig die Helmzier
zugleich als Schild verwendend).

Das Wappen ist für dieses Geschlecht sonst noch
nicht nachgewiesen; vgl. Siebmacher n. A. VI 1, Taf.
44 S. 45.

Tafel XXIX.

1. Endilhart von Adelburg. Blatt 181'.

Unsere Hs., die einzige Quelle für diesen Dichter,
schreibt in der Vorschrift „von Adelnburg" und im Re-
gister „Endelhart von Adelnburg."

Er dichtete wahrscheinlich am Ende des XII Jahr-
hunderts. Sein Stammschloss war wohl die Adelburg an
d. Laber nw. von Parsberg (in der bayrischen Oberpfalz,
zwischen Regensburg und Nürnberg) und er ist vermuthlich
zu identificiren mit dem Engelhard von Adelburg (Adelen-
burg), welcher urkundlich zwischen 1174 und 1182, im
J. 1200, 1202, 1224 und viell. auch 1230 vorkommt.
Aus der durch Grimme nachgewiesenen Urkunde des
J. 1224, welche in Regensburg ausgestellt ist, ergiebt sich
 
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