Die angenehmen Zeitvertreibe, in den Erzählungen des Herrn von Adelsberg — Frankfurt am Main, 1767 [VD18 14316323]

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sie dasjenige thun, was sie wollen, daß man ih-
nen thun solle»
Wie unterschieden von diesem tugendsamen
Gemüche, ist doch das Eemüthe eines grausa-
men Gläubigers ? Wie hat sich doch ein solcher
Mensch auch so gar der menschlichen Natur be-
raubet, wenn er wirkliche Rache wegen bloß
eingebildeter und von seiner eigenen wütenden und
wilden Phantasie ersonnenen Verbrechen von
den Händen eines verunglückten Schuldners for-
dert, dessen Versehen ihn nöchigek, daß er nicht
bezahlen kann, und ihn ohne Ursache zu dem Ge-
genstände seines Zornes macht.
Damir man sich einen deutlichem Begriff
von dieser Sache machen kann: so will ich mei-
ne Erzählung mit einem Erempet erweitern.
Man bilde sich ein, man sähe iho, was man in
einer jeden volkreichen Handelsstadt alle Augen-
blicke des Tages sehen kann, wenn man sich
nur etwas Mühe geben, und wenn man sich be-
ruhigen will, solches wahrzunehmen. Ich will
nur, sage ich, einen Wackern, großmüthigen und
begüterten Kaufmann mit einer großen und glück-
seligen Familje rund um sich her vorstellen, der
bey allen seinen Nachbarn und bey allen denen,
mir welchen er handelt, in großer Hochachtung
steht; dem die Zeitung gebracht wird, seine
Schiffe wären verloren gegangen. Stellet euch
B z vor,
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