Allgemeine theologische Bibliothek — 8.1777 [VD18 90309928]

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erinnert hingegen sehr scharfsinnig, wenn man
nicht beweisen kann, daß er seine besonder» Mey-
nuugen noch aus dem Heydenthum habe, so muß
er sic doch entweder von seinen christlichen Lehrern,
oder als Christ selbst gedacht haben. Zu diesen
besonder» Meynungen können wir unter andern
auch die rechnen, daß die Seelen der Verdammten
in der Quaal nach und nach vernichtet würden.
Weiter, wo die Seelen Herkommen, weiß er nicht,
nur das weiß er, daß sie nicht Gottes Geschöpfe
sind, dazu waren sie zu schlinun und zu unglücklich.
Folgender Sah wider die Opfer dec Heyden möch-
te wohl zu viel beweisen, und auch wider unsre
christliche lehre von der Versöhnung gelten: "ich
dächte, das sey vielmehr den Göttern geziemend,
daß sie ohne Lohn, aus freyer Gnade Verbrechen
verzeihen. Es ist nur Reihung zur Sunde, wenn
man sie loskaufen kann. Man gebe einem
Schlachropftr, einem Ochsen z.E. Menschensprache;
was würde es sagen? Sollte denn, Jupiter, sollte
es recht, menschlich und billig seyn, daß ich des
Todes sterbe, wenn ein anderer gesündigt hat, ich,
dec ich nichts unrechts gethan habe? ist es nicht
schreyende Ungerechtigkeit, mich zu tödten, damit
du versöhnt werdest, und die Lasterhaften unge-
straft bleiben." Am Ende äußert Hr. Rößler
sein Bedenken, ob Amobius die Bibel und deren
Ge- .
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