Allgemeine theologische Bibliothek — 8.1777 [VD18 90309928]

Seite: 287
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1777a/0291
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
über die christl. Religion. 287
"der Güte Gottes." (S, iz.) Hier ist es fteylich
gut, daß der Verfasser an einen Freund schreibt,
der das, was er sagen will, schon weiß, und also
nur durch ein Bild, oder durch einen unbestimm-
ten Ausspruch, daran erinnert werden darf. Aber
mancher andere Freund, für den er das Buch hat
drucken lassen, möchte die ganze Allegorie, die dem
Verfasser im Grunde nicht einmahl eigen ist, so
verständlich und so passend nicht finden. Um
nichts von den Begriffen selbst zu sagen, dazwi-
schen er immer hin und her schwankt, was er, da
er, wie er sagt, ein System schreiben will, doch
wohl hätte vermeiden sollen: so ist diese Bilder-
sprache gewiß hier sehr übel angebracht, wo es
auf deutliche bestimmte Ausdrücke ankommt, da-
mit der Leser wisse, wovon eigentlich in der ganzen
Schrift die Rede sey. In dem folgenden wird
nun das göttliche Leben ausführlicher beschrieben;
es bestehet in der Liebe gegen Gott, in der Men-
schenliebe, in der Heiligkeit, und in der Demuth,
und wird besser aus Handlungen, als aus Wor-
ten erkannt. Das alles wird an dem Beyspiele
Jesu gezeigt, und so die erste Abhandlung be-
schlossen. Zur zweyten bahnt sich der Verfasser
folgendermaßen den Weg (S. 46.). "Die Sünde
hatte alle Fähigkeiten des Menschen so sehr ge-
schwächt und verdorben, daß sie zu ihren natür-
lichen
loading ...