Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

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vor den Zeiten Jesu. roz
terredungen mit seinen unmittelbaren Gesandten
geschickt. Wollte man diese Erscheinungen und
Unterredungen Gottes mit den Stammvätern des
jüdischen Volks für eine Erdichtung des Mosiö
auögeben, wodurch er nur den Muth der Israeliten
habe anfeuren wollen, Canaan zu erobern; so
sind die Handlungen der Patriarchen ganz uner-
klarbar. Welche Schwärmerei) würde man ihnen
nicht andichten muffen, wenn sie keine wahre Offen-
barungen Gottes empfangen hätten. Nur dann,
wenn man diese als wahr annimmt, hängt in ihrer
Geschichte alles zusammen, und dieselbe wird da-
durch wahr, erbaulich, lehr- und trostreich. Nur
dann kann man begreifen, warum diese rechlschafr
ne Männer noch im Sterben so getrost und voll
Glaubens waren, daß sie an der künftigen Erfül-
lung der ihrem Saamen verheißnen Wohlthaten
nicht zweifelten, ob sie selbst gleich als Gäste und
Fremdlinge in dem Lande herum wanderten, das
ihre Kinder im dritten, vierten und fünften Glieds
erst erblich besitzen sollten. Einige von ihnen ge-
brauchte Redensarten, welche Moses nur hingewor-
fen zu haben scheint, kamen den Aposteln des Herrn
so nachdrücklich und vielbedeutend vor, daß sie dar-
aus denGlauben und dieHofnung jener frommen
Väter auf ein beßceö Leben und auf ein himmli-
sches Erbe schloffen, wie besonders aus dem eilften
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