Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

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§24 CnchLotis Predigten.

hene Bekennrnchbücher, als ein schätzbares Denk-
mal ihres Glaubens an. Ob es nun gleich Un-
gerechtigkeit gegen die Gewissensfteyheit dec Chri-
sten wäre, wenn wir drese Bücher der heiligen
Schrift gleich schätzen, und sie als Lehrvorschriften
und Glaubensgesetze betrachten wollten; so ent-
halten sie doch eine Anleitung zu Religionslehren,
und können nachdenkenden Menschen zu nützlichen
Untersuchungen Gelegenheit geben." Wenn er
in der ivten Predigt die Schriftlehre von Gott
dem Vater, Sohn und heiligen Geist vorträgt,
so bemerkt er sehr wohl, daß dieselbe nicht anders
könne und müsse vorgestellt werden, als es die
Wahrheit von der Einigkeit Gottes zuläßt, und
macht dabey die Erinnerung, "daß auch fromme
und rechtgläubige Christen oft den zwiefachen Feh-
ler begangen, daß sie entweder Schriftstellen zu
dieser Lehre hingezogen haben, die dahin nicht ge-
hören, oder daß sie die in den dahin gehörigen Stel-
len vorkommenden und eigentlichen (uneigentlir
chen) Redensarten nach dem Buchstaben genom-
men, und daraus Folgerungen gemacht haben, die
sie zu machen nicht berechtiget waren."
"Man har in diese Lehre Ausdrücke ausgenom-
men, die in der Schrift nicht stehen, und die bereits
den Kirchenverbesserern, jenen großen, gelehrten
und frommen Männern, bedenklich zu seyn schie¬
nen.
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