Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

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kleinerer Schriften. 297
schen und rabbinischen Alrerchümer genau von eim
ander unterscheiden. Die erstem nemlich sind die
Sitten und Gebräuche, welche Gott selbst durch
Mosen dem Israelitischen Volke vorgeschrieben
hatte, und die, so lange der Jüdische Staat ber
stand, ausgeübet wurden. Jüdische Alterchümer
begreifen alle die Gebräuche in sich, die nicht von
Moie angeordnet, sondern von andern, insonder-
heit von den Pharisäern erfunden und erst zur Zeit
des zweyten Tempels sind eingeführet worden.
Die hebräischen cktterrhümer fassen die beyden
ersten eben ««gezeigten Arten derselben in sich.
Die rabbmischen Alterchümer gründen sich auf die
Verordnungen, welche von den pharisäischen Rabr
binen herrühren. 2) Die Gefetze, welche Gott
den Israeliten gegeben hat, verdienen eine genaue
Aufmerksamkeit und Betrachtung, damit man von
dem eigentlichen Sinn derselben versichert sey»
Z) Die Israelitischen Gebräuche müssen nicht nur
überhaupt aus den dahin gehörigen Schriftstellen
und andern glaubwürdigen Scribenten erläutert
werden, sondern man muß auch insonderheit dar-
auf bedacht seyn, daß man die Absicht und den
Zweck derselben erforsche. Diese Zwecke werden
in moralische und typische unterschieden. 4) Es
ist nöthig, daß man die Quelle, woraus diese Al-
rerthümec herzuleiten sind, und die Hülfsmittel,
T 5 die
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