Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

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Absicht und Ursprung der Opfer. 219
Vor allen Dingen erklärt der Verf. die Wich-
tigkeit seiner vorhabenden Untersuchung, — er-
klärt das Opfer durch eine Gabe vor Gott/ die
entweder ganz oder zum Theil verzehrt wurde,
erläutert die verschiedenen Benennungen, die die
hebräische Sprache diesen Gaben ertheilt. Hier-
auf zeigt er, daß Opfer, welche ohne moralische
Gesinnungen gebracht würden, in Gottes Augen
keinen Werth haben könnten, daß die Opfer immer
mir solchen Gebräuchen und Ceremonien begleitet
waren, welche die moralischen Gesinnungen des
Herzens deutlich genug bezeichneten. Das Wa-
schen des Opfernden; — das Verbot des Opfer-
thiers mir natürlichen Mängeln, das Auflegen der
Hände auf den Kopf des Opferrhierö, welches nach
dem Philo ein Zeichen der Unschuld, und des rei-
nen Sinnes des Opfernden, nach andern ein Zei-
chen der Uebcrtragung der Sünde und der Schuld
des Menschen auf das Thier seyn sollte, war nach
des Vers. Meynung die Weyhung auf dem Altar.
Die Bedeutung dieses Symbols sucht er aus dm
verschiedenen Gelegenheiten, da man sich desselben
bediente, z. B. wenn man Gort etwas empfehlen
wollte, in Fürbitten für andere, wenn man jeman-
den zu einem Amte abfendete, wenn man jemanden
geistliche Güter mittheilte u. f.w. zu beweisen; bes
siätigr sie durch die Fälle, wo diese Ceremonie bey
den
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