Allgemeine theologische Bibliothek — 10.1778 [VD18 90309928]

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Das Christentum nach der Vernunft
künftigen Gericht das Schicksal der Menschen
allgemein und feyerlich entschieden werden. Den
Seelenschlaf bis zur Auferstehung verwirft der
Verf. hält aber die siebentaufendjährige Dauer
der Welt und die Meynung von einem taufend-
jährigen Reiche für sehr wahrscheinlich.
Neuntes Hauptstück. Die Engel. Die Ge-
schichte Mosis von der Welterschaffung kann, wie
der Verf. meynet, sehr leicht so verstanden werden,
daß diese Welt, nur aus einer vorigen verwandelt,
entstanden sey; und die Engel, von deren Erschaf-
fung die Schrift nichts erwähnet, könnten die
Seligen und Verdammten von der vorigen Welt
seyn. Die Teufel, die zu den Zeiten Christi und
der Apostel in die Menschen gefahren und wieder
ausgetrieben sind, könnten auch wohl verdammte
Seelen gewesen seyn, nur habe man keine Ursache,
nach der Zeit verschiedene Erzählungen von Be-
sessenen als glaubwürdig anzunehmen. Obwohl
die Teufel noch um gottlose Menschen seyn könn-
ten, so brauche man doch keine Erscheinungen der-
selben mehr zu fürchten, und man habe nicht nöthig,
dem Teufel das Böse, welches dieMenschen thun,
Schuld zu geben.
Zehntes Hauptstück. Die heilige Schrift.
Obwohl der ganze Zustand des Menschen in feiner
Beziehung auf ein anderes Leben der menschlichen
Ver-
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