Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 44.1919

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Archaische griechische Vasenmaierei und Piastik

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Die Vasen unseres Meisters mit der Lieblingsinschrift Onetorides
dagegen zeigen schon reichliche Angabe der Falten Ü. ln die Zeit des
Exekias also fällt die Übernahme des Faltenstils in der attischen Kunst.
Exekias aber wird heute allgemein als jüngerer Zeitgenosse des Klitias
angesehen. Auf der Frangoisvase findet man ja auch schon Ansätze zur
Wiedergabe der Falten.
Das Feinerwerden der Formen und das Aufkommen der Falten ist
keine Erfindung der attischen Kunst, ln lonien konnten wir die gleiche
Entwicklung feststellen, und es ist allgemein anerkannt, daß von dort
die Anregung nach Attika gekommen ist ^). Aber darüber, welcher
Kreis am stärksten auf die attische Kunst gewirkt hat, gehen die
Ansichten aus einander, ln der Plastik meinen die meisten, daß es Chios
gewesen sei.
ln allen Einzelformen dringt ionische Weise immer stärker nach
Attika ein. Aber auch in den Kompositionen der Vasenbilder sehen wir
jetzt neben die locker an einander gereihten Friese der früheren attischen
Kunst unter ionischem Einfluß straff zusammengehaltene Bilder treten.
Früh schon macht sich dieser Einfluß geltend, dafür bieten der große
Dinos von der Akropolis (Graef, Vasen von der Akropolis Tat. 30, 606)
und die Kolchosvase (Wiener Vorlegebl. 1889 Tat. 1, 2) Beispiele. Bei
dieser klingt die ganze Art der Komposition stark an klazomenische
Sarkophage an. ln der Mitte steht eine Kampfgruppe, auf jeder Seite
ein nach außen eilendes Viergespann, das nicht als bloßes Anhängsel an
die Mitte wirkt, sondern dadurch, daß vor und hinter den Pferden je
eine nach innen gewandte Person steht, zur selbständigen Komposition
wird. Indem aber die beiden äußeren Gruppen im Verhältnis strengster

i) Wiener Voriegebi. 1888 Tat. 6, 1, 2; Buschor, Griechische Vasen-
maierei 2 138; Woiters, Arch. Jahrb. XHi 1898, 22; Thiersch, Tyrrhenische
Amphoren 136; von Brauchitsch, Panathenäische Preisamphoren 79; Hauser,
Text zu Furtwängier-Reichhoid IH 70.
h Winter, AM. Xiii 1888, 123; Riem, Griech. Kunstgeschichte I 272;
Coüignon, Histoire de ia scuipture grecque I 336; Lechat, La scuipture attique
avant Phidias 188; Schräder, Archaische Marmorskuipturen 17; ders., Auswahi
archaischer Marmorskuipturen S. 20; Ameiung, Neue Jahrb. f. d. kiass.
Aitertum XXXV 1915, 85; Loeschcke, Bonner Studien 260; Karo, JHS. XiX
1899, 135; Zahn, AM. XXiii 1898, 72; Boehlau, AM. XXV 1900, 41.
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