Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 44.1919

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Archaische griechische Vasenmaierei und Piastik

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Wie wenig die frühe griechische Plastik das vermochte, wurde oben
betont (S. 123). Die Polymedesstatuen in Delphi sind nicht aufeinander
komponiert. Jede steht da, als hätte sie mit der anderen nichts zu tun.
Jetzt dagegen, wo die Skulptur imstande ist, die Beziehungen der Gestalten
zur Außenwelt darzustellen, müssen ihr solche Aufgaben willkommen


Abb. 17.
Von einer epiktetischen Schaie
in London.



Von einem Bronzekandeiaber
im Louvre.

sein, und so sind auf der Akropolis von Athen Reste mehrerer freiplastischer
Gruppen vom Ende des VI. Jahrhunderts zutage gekommen (Schräder,
Archaische Marmorskulpturen 60 ff.), ein Gigantenkampf (Dickins Nr. 658,
293, 141), eine Prokrustesgruppe (Dickins Nr. 145, 370) und eine Spieler-
gruppe. Auch hier finden wir in der Vasenmalerei früher ganz ähnliche
Darstellungen ^). Diese Figurenkomplexe unterscheiden sich von den
Giebelgruppen kaum, ln einer schmalen reliefartigen Zone ist das Ganze
0 Schon Schräder (Archaische Marmorskuipturen 69) hat bei der Spieier-
g^uppe des Akropotismuseums auf schwarzfigurige Vasenbiider hingewiesen.
Athen. Mitteilungen XXXXIV !!U9 11
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