Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 45.1920

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Georg Karo

häufigen Weiterbildung noch im VII. Jahrhundert fortlebt, hat schon
Petersen, RM. XII 1897, 6 ff. erkannt (vgl. unten S. 132).

2. Die Beine sind gerade, stab- oder lattenförmig, die kleinere untere
Hälfte glatt, meist in Rindshufe auslaufend, die obere einfach verziert
und oben zu einer Doppelvolute aufgerollt, auf welcher der Ring ruht.

An jedem Bein springen von
der Grenze des glatten und
verzierten Teiles Verstre-
bungen vor: je eine wag-
recht nach innen, wo sie
in der Mitte einen Ring
tragen — für die Schale
oderTasse, mit der man aus
dem Kessel oder Becken auf
dem oberen Ring schöpfte,
— je zwei schrägnach oben,
wo sie sich am oberen Ring
in einerÖse vereinigen. Das
reichste Exemplar der Reihe
ist aus einem Grabe von
Curium nach New York ge-
langt (Abb. 3) x); sein oberer
Ring ist mit einem Friese
galoppierender Steinböcke
und verfolgender Löwen in
flachem Relief verziert,
deren Stil ganz unverkennbar spätmykenisch ist. Dazu kommt be-
stätigend die Tatsache, daß ein sehr viel einfacherer Dreifuß derselben
Gruppe — ohne Hufe oder Reliefverzierung, nur parallele Strickbänder
am oberen Ring — in einern sicherlich noch mykenischen Grabe gefunden

Vgl. auch Wallers, Brit. Mus. Cat. Bronzes Nr. 61. ln Grab 15 lag ein un-
vollständiges Exemplar neben den Beinschienen Excav. S. 16 und den Gold-
sachen Marshall, Cat. of Jewellery Nr. 72/3. 98. 131.

x) Cesnola-Stern, Cypern Taf. 70, 1; Furtwängler, Sitz.-Ber. Bayr. Akad.
1905, 270 = Kl. Schr. II 511. Besser bei G. M. Richter, Bronzes in the
Metrop. Mus. S. 345 ff. Nr. 1180, danach unsere Abb. 3.

Abb. 3. Dreifuß aus Curium.
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