Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 45.1920

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Orient und Hellas in archaischer Zeit

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die stilistisch verwandten Tongefäße aus Amathus (Excav. in Cyprus
S. 105) sprechen können, die der zweiten Hälfte des VII. Jahrhunderts
angehören dürften 1).

5. Die Schalenform ist zur Datierung kaum zu verwenden. Ent-
sprechende Schalen finden sich in der Hand Assurnasirpals (Perrot-
Chipiez II 614 und Taf. 14, etwas tiefer und mit getriebenen Verzie-
rungen 455), während auf Reliefs Sargons (ebenda II 101) und Assur-
banipals (II 107, 652) eine etwas tiefere Schale mit abgesetztem Rande
erscheint (v. Bissing, Arch. Jahrb. XIII1898,44). Aber die alte Form bleibt
auch unter Sargon und Sanherib durchaus gebräuchlich (Botta Taf.
37, 98, 104, 124—129; mit abgesetztem Rande nur 16, 23; Sanherib:
Layard II 36); und wir besitzen so wenige Darstellungen assyrischer
Trinkgefäße, daß, wie auch v. Bissing betont, jeder Schluß aus diesem
geringen Material gewagt wäre. Endlich sind ja die Bronzen von Nim-
rud jetzt ziemlich allgemein als nichtassyrisch anerkannt. Wie lange
gerade diese <pidlf] fiEoöfupalo^ lebt, beweist zudem ihre Geschichte
innerhalb der griechischen Keramik.

6. Von den Bronzeschalen sind die Elfenbeinarbeiten nicht zu
trennen, die mit ihnen zusammen gefunden wurden, genau wie die zutn
Teil nächst verwandten Elfenbeine von Praeneste aus denselben Gräbern
wie die phönikischen Silberschalen stammen 2). Sie dienten zum großen
Teil der Verzierung von Möbeln und Kästchen; und wenn solche auch
lange erhalten bleiben können, ist es doch unwahrscheinlich, daß die
letzten Herren des Palastes von Nimrud Urväterhausrat aus dem IX.
Jahrhundert aufgehoben hätten. So spricht auch hier der Befund viel
eher für das jüngere mögliche Datum, das VIII.—VII. Jahrhundert.
Die Funde aus Kleinasien helfen hier nicht weiter, um so weniger da die
Verwandtschaft der Elfenbeine von Nimrud weder mit denen von En-
komi noch von Ephesus eng genug ist.

9 Die daneben abgebildeten, angeblich aus demselben Grabe stammen-
den attischen reif sf. Vasen haben für die Datierung keinen Wert, da das Grab
ohne Aufsicht ausgegraben wurde, Excav. S. 121: Tomb 129; opened a few
years before by two of the diggers now engaged.

2) Bequeme Zusammenstellung bei Poulsen, Orient 37 ff. Dazu für die
Tomba Barberini noch Della Seta, Museo di Villa Giulia I 1918, S. 365 ff.
Nr. 13 205. 13 233. 13 394—13 422, für die Tomba Bernardini Curtis, Memoirs
Amer. Acad. Rome III 1919, Taf. 34—41.
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