Argos, oder der Mann mit hundert Augen — 2.1793 [VD18 90283848]

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secten von kranken Körpern; diese jammern
nun über den Tod eines Menschen, der ih-
nen zu leben gab, weil sie für seine Wollust
sorgten; allein du würdest ungerecht seyn ge-
gen die Nation der Franken, wenn du die-
ses Ungeziefer zu ihr rechnen wolltest.
HiVVO. Aber wie konnte man dem ein«
gefperrten Capet beikommen, wie ihm die-
nen, helfen, wie sich mit ihm verabreden,
wie feine Plaue durchsetzen?
Bvemma. Hatten denn feine Knechte
riöthig aus feinem Munde zu hören, was zu
seinem Vortheil diente? Wußten sie es nicht
Vesser als er selbst ? Man mag im Anfangs
Der Gefangenfchaft, so vorsichtig gewesen feyn,
<als man will, er hat gewiß mit feinen Freun-
den correfpondirt. Und dann, hatte er nicht
noch alle seine ehmaligen Knechte, Wachen,
Clienten u. s. w. ? Diese Leute, welche kein
ondres Verdienst kannten, als das Rauchfaß
nm Hofe geschickt zu schwenken, hofften im-
mer auf eine allgemeine Verbindung dec
fremden Mächte , sie konnten sich leicht ein-
Lilden, daß Ludwig alles erfahren würde,
was sie für ihn gethan hatten. Ausserdem
wußten diese Herren wohl, daß man nir-
gends sichrer fischet als im trüben Wasser.
Dies sagte mir Bremena, über das an-
gebliche Jammern der Freunde und Anhän-
ger Ludwigs. Welcher Unterschied zwischen
seinem Hmsmken unter dem Veile/ und dem
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