Argos, oder der Mann mit hundert Augen — 2.1793 [VD18 90283848]

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kuhig Schlummernden würgt und verheert.
Manche wachen auf wenn der Lärm angeht,
allein sie sind schon so sehr an eine väterli-
che Fürsorge gewöhnt, daß sie freiwillig dis
Augen schließen, um nur ja nichts Ärgerli-
ches sehen zu dürfen. Da wird an kein Vor-
schreiten zur Vollkommenheit, an keine Si-
cherung des kostbaren Gutes, Freiheit, ge-
dacht, sondern man legt sich nieder, sperrt
das Maul auf und wartet bis die gebrate-
nen Dauben angestogen kommen. Unum-
schränkt ist das Zutrauen aus den, der solche
gebratene Dauben wunderbar verspricht,
Fluch trift jeden, der vernünftig beweisen
will, daß man, um Dauben zu essen, erst
sie fangen, und dann mit nicht geringer Mühe
Zubereiten müsse. Darum warten die Herren
auch so lange, und es kommt nichts, darum
müßen sie endlich nolens volens aus ihrem
Staube aufstehen, und können von großem
Glücke sagen, wenn sie wie Hottentoten den
Staub abschütteln und weiter marfchiren dür-
fen. A, wie manche blaue Wolke ist den
guten Straßburgern schon vorgemacht wor-
den , wie ost hat man sie ernst und feierlich
bei, der Nase herumgeführk, ohne daß sie
selbst gehen und richtig sehen lernten. Die
Jakobiner mögen noch so gute Vorschläge
tbun , sie sind Schreier, wer kann , wer darf
sie hören, ohne das liebe, süße Ruhebett Zu
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