Instytut Historii Sztuki <Posen> [Editor]
Artium Quaestiones — 14.2003

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ISABELLA WOLDT


27. Nicolas Poussin, Das Testament des Eudamidas, 1648, Kopenhagen, Statens Museum
for Kunst

den Sonne - ein Zeichen fur das zu Ende gehende Leben des Helden, ein
weiteres, dunkleres, geschlossenes Fenster ist rechts im Hintergrund zu
sehen, wo sich auch ein Tisch mit wenigen Geschirrstiicken befindet. Es
sind die Familie und die Freunde, die Riistung und das Geschriebene,
welche die Geschichte des Eudamidas, seine Tugend, implizieren und
dem Betrachter veranschaulichen. Shaftesburys Tugend und Charakter
war in seinen Studien und seinen Beziehungen verankert, von daher
wollte er mit Gegenstanden und Figuren umgeben werden, welche dem
Betrachter seine Geschichte und seinen Charakter zeigen155.
1>') Beide Gemalde gehen in ihrer Struktur auf zwei Bildtypen zuriick. Zum einen auf
die klassische Darstellung eines Sarkophagreliefs (die Shaftesbury sicherlich kannte,
denn er verwendete dereń Motive und Reliefstruktur zur Gestaltung der Mittelborduren
der Frontispize), die ebenso durch die horizontale Linie der Kline, wo der Sterbende leicht
angelehnt umgeben von stehenden oder sitzenden trauernden Figuren liegt, beherrscht
wird. Andererseits auf eine christologische Darstellung der Beweinung Christi - das
Gemalde von Poussin weist eine fur diese Darstellungen typische pyramidale Aufbauform
auf. Bei Poussin verlauft die Linie entlang den Figuren links vom Kopf des Eudamidas
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