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Tätigkeitsberichte

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2. Heidelberg-Neuenheim. Über die umfangreichen, im Zug der Erstellung eines neuen Stadtteils
am W-Rand von Neuenheim angefallenen und von B. Heukemes geborgenen Funde und gesam-
melten Beobachtungen, die ein ganz neues Bild der topographischen Situation und neue Gesichts-
punkte für die römische Okkupationsgeschichte versprechen, kann noch nicht berichtet werden.
Selbst die Veröffentlichung aller Einzelbeobachtungen in der Fundschau würde den Rahmen der
Bad. Fundberichte sprengen (vgl. Kleine Mitteilungen).
3. Heidelsheim (Bruchsal). In Heidelsheim untersuchte der Bezirkspfleger Bruchsal-Ost, W. Bauer,
im Frühjahr 1951 eine steinzeitliche Anlage der Michelsbergkultur mit noch rätselhaften mensch-
lichen Teilbestattungen, im Frühsommer 1951 ein römisches Gebäude. Die Mittel für beide Gra-
bungen wurden teils vom Landesdenkmalamt, teils von der Stadt Bruchsal aufgebracht.
4. Ladenburg (Mannheim). In der Ladenburger Kiesgrube an der Wallstadter Straße, die zeit-
weilig verstärktem Abbau unterlag, hat der Bezirkspfleger Mannheim, Hptl. a. D. F. Gember,
in monatelanger Überwachungs- und Ausgrabungstätigkeit eine große Zahl von Fundstellen
untersucht, die sich auf die Perioden Steinzeit-Römerzeit verteilen, in der Hauptsache jedoch
mit fast 60 Siedlungsgruben der älteren Latenezeit angehören. Die Gesamtbearbeitung dieser
Funde wird zurückgestellt, bis die Arbeiten an der Kiesgrube zu einem gewissen Abschluß ge-
kommen sein werden.
5. Pforzheim. Die Grabungen in der Altenstädter Kirche wurden im Frühjahr 1951 zu Ende
geführt. Sie erbrachten wichtige Ergebnisse über die Entwicklung der Topographie des römischen
Pforzheim. Ihre gesonderte Veröffentlichung, die vom Landesdenkmalamt und der Stadt Pforz-
heim finanziert wird, ist in Vorbereitung.
6. Rheinsheim (Bruchsal). Durch Auflassung der von der Kiesverwertungs-A. G. Rheinsheim aus-
gebeuteten Kiesgrube im Gewann „Lange Äcker“ ist die seit Kriegsende von Bezirkspfleger
Bruchsal-West, K. F. Hormuth, geleitete Untersuchung des fränkischen Reihengräberfeldes mit
Grab Nr. 350 zu einem gewissen Abschluß gekommen. An der Ostseite ist die natürliche Grenze
des Gräberfeldes erreicht, an der Nord- und Westseite früher schon beseitigt worden. Die Aus-
dehnung nach Süden ist noch ungewiß, doch können hier vorläufig keine weiteren Grabungen
gemacht werden. Die Fundstelle wird von K. F. Hormuth jedoch laufend weiter beobachtet und
einzelne Gräber, wie sie in der nachbrechenden Kiesgrubenwand noch zum Vorschein kommen,
geborgen.
7. Stettfeld (Bruchsal). Am Südrand des Ortes, wo römische Funde schon vor 100 Jahren gemacht
wurden (vgl. Wagner II, 177 ff.), benutzte Bezirkspfleger W. Bauer die Aufschließung des Ge-
wannes „Dorfgraben“ für die Bebauung zu eingehender Untersuchung des römischen vicus (vgl.
Fundschau). Es konnte der Verlauf der Römerstraße festgestellt und mehrere an der Straße ge-
legene römische Häuser sowie eine Anzahl Brunnen untersucht werden. Die Mittel für diese
Untersuchungen wurden vom Landesdenkmalamt und der Stadt Bruchsal aufgebracht.
Laufende Überwachungen
Fundstellen mit langsam fortschreitendem Fundanfall, die nicht durch eine größere Plangrabung
untersucht werden können, werden laufend beobachtet. Leid er kann dies vorerst nur in der
Gegend von Karlsruhe, oder wo besondere Umstände dies einem Bezirkspfleger gestatten, ge-
schehen. Außer Heidelberg-Neuenheim (B. Heukemes) und Ladenburg (F. Gember) geschieht dies
besonders in St. Ilgen und Rheinsheim durch K. F. Hormuth und in Stettfeld und Mingolsheim
durch W. Bauer.
Unterschutzstellungen und Pflege ortsfester Denkmäler
In Pforzheim wurde bei den Grabungen in der Altenstädter Kirche ein römisches Portal ange-
troffen, das mit Schwelle und aufgehenden Teilen der Türgewände noch in situ in der (römischen)
Fundamentmauer der südlichen Langhauswand sitzt. Es soll später durch einen Schacht mit Treppe
von außen sichtbar und zugänglich gemacht werden. Soweit die dazu notwendigen baulichen
Maßnahmen das Kircheninnere berühren, wurden sie schon beim . Wiederaufbau der Kirche ge-
troffen. Die mit weiteren römischen Schwellensteinen zugesetzte Portalöffnung wurde ausge-
räumt, die Langhauswand über dem Portal durch Eisenbetonsturz abgefangen und die Rückseite
 
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