Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Fundschau 1949—1951: Jungsteinzeit

125

bereits rigolten Grundstück wurden 12,5 m einer schon zerstörten Grube wenigstens
in der erhaltenen Sohle, sowie der unterste Rest einer 4 X 2 m messenden unregel-
mäßigen Grube festgestellt. In den Gruben fanden sich neben Tierknochen und Scher-
ben der Michelsbergkultur zehn menschliche Schädel und weitere Skeletteile. In einem
Fall lagen fünf Schädel auf einem Raum von wenig mehr als 1 qm beieinander.
Eine ausführliche Bearbeitung soll bis nach Beendigung der anthropologischen Unter-
suchung zurückgestellt werden (5105).
Mtbl. 46/6817 Bruchsal. — Verbleib: Kraichgaumuseum Bruchsal. (Bauer)
Huttenheim (Bruchsal) „Sandfeld auf die Bach“.
Bei mehreren Begehungen wurden oberflächlich auf gelesen: Scherbchen der Becherkultur
mit Fischgrätenmuster. — Zwei verzierte Scherben vom Bauch eines endneolithischen
Bechers mit Zonen von je vier parallelen horizontalen Rädchenlinien. — Randstück
eines Bechers mit ebenfalls vier horizontalen Rädchenlinien.
Mtbl. 39/6716 Philippsburg/Germersheim. — (Hormuth)
Kleinkems (Lörrach) „Kachelfluh“.
1949 wurde in zwei kleineren Unternehmen eine Probegrabung nördlich der von Lais
veröffentlichten Bergwerkshöhle an der Kachelfluh ausgeführt. Sie bestätigte durch das
Freilegen einer weiteren Bergwerkshöhle mit dem typischen Abraum und den zahl-
reichen Schlegeln aus Rheingeröllen die Vermutung, daß der jungsteinzeitliche Jaspis-
bergbau eine größere Ausdehnung hatte als nur die zuerst entdeckte Höhle.
Das Bergbau-Museum in Bochum finanzierte eine Ausgrabung von drei Wochen Dauer
im Sommer 1951. Ziel der Untersuchung war, festzustellen, ob über der gesamten
Felsterrasse oberhalb der Bahnlinie Jaspisbergbau getrieben worden war. Sechs über
den Hang verteilte Suchschnitte und mehrere kleine Schürfungen brachten folgende
Klärung: Die Felsterrasse 12—15 m oberhalb der Bahnlinie war vom neolitischen Berg-
mann beim Jaspisabbau im Tagebau entstanden. Sie liegt in der Höhe eines Jaspis-
horizontes. Stellenweise war in der Höhe von oberen Jaspishorizonten in kleinen Stol-
len (Bergwerkshöhlen) in den Berg hineingegangen worden. Die Höhe von Boden und
Decke der Höhle war durch die Jaspislagen gegeben. Im scharfkantigen Splitt lagen die
Schlegel aus Rheingeröllen (ganz, abgenutzt oder zerbrochen).
Wand und Decke sind völlig überzogen von den Klopfspuren des Bergmanns, zwischen
denen glatte Dellen die Lage der Jaspisknollen kennzeichnen. Im Abraum lagen nur
kleine Bruchstücke von Jaspisknollen.
Die Zahl der mit gepickten Schäftungsmarken versehenen Geröllschlegel und deren
Bruchstücke ist größer als bisher vermutet war.
Zwei unverzierte, atypische Scherben im Abraum lassen keine Zuweisung zu einer neo-
lithischen Kultur zu.
Literatur: Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 107. — E. Schmid, Bergbau auf Jaspis. Der
Abschnitt 3, 1951, 31—32. — W. Kimmig, Fundchronik I, Land Baden, Germania 29,
1951. — E. Schmid, Vom Jaspisbergbau an der Kachelfluh bei Kleinkems, Germania 30,1925.
Mtbl. 152/8311 Lörrach. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Schmid)
 
Annotationen