Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Fundschau 1949—1951: Urnenfelderzeit

149

(Taf. 25, C 4). — 5. Teile eines Kegelhalsbechers mit breiter Schulterriefe, darunter
Girlande mit zwei (?) eingedellten Kreisbuckeln, H. noch 16 cm (Taf. 25, C 3). —
6. Oberteil eines breiten, doppelkonischen (?) Bechers mit auffallend breitem Hori-
zontalrand und von Kammstrichbändern gesäumter Schulterriefe, Randdm. 14 cm
(Taf. 25, C 5).
Älterurnenfeiderzeitliches Grab (Hallstatt A) der Untermaiani sch-Schwäbischen Gruppe
mit deutlichen rheinisch-schweizerischen Einflüssen (Kammstrich).
Mtbl. 22/6517 Ladenburg.
4. Stadtteil Wallstadt „Schultheißbuckel-Klingeneck“.
Zwischen den Stadtteilen Straßenheim und Käfertal, jedoch noch auf Wallstadter Ge-
biet, zieht von Nord nach Süd eine etwa 250 m lange Sanddüne, die „Schultheißbuckel“
oder „Schultheißberg“ genannt wird. In der am Südteil des „Schultheißbuckel“ betrie-
benen Sandgrube sind schon seit 1930 Urnengräber beobachtet worden, die bei W.
Kimmig, Urnenfelderkultur in Baden (1940) 20 ff. verzeichnet sind. 1937 wurde der
den „Schultheißbuckel“ von Ost nach 'West querende Weg von Straßenheim nach
Käfertal mit einem Kabelgraben versehen. Bei diesen Arbeiten wurden hart nördlich
der Straße auf der im Norden des „Schultheißbuckel“ liegenden Flur „Klingeneck“ zwei
weitere Urnengräber angeschnitten und geborgen (vgl. Bad. Fundber. 14, 1938, 15 unter
Wallstadt). Der Verdacht, daß es sich hiernach um ein ausgedehntes Urnenfeld handeln
könne, das das gesamte Dünengelände des „Schultheißbuckel“ mit einbezog, fand 1950
seine Bestätigung, als Landwirt Freund auf seinem nördlich der Straße, gleichfalls im
„Klingeneck“ gelegenen Acker eine Spargelkultur anlegte und dabei 0,4 m tiefe Parallel-
gräben zog. Hierbei konnten sieben weitere Urnengräber geborgen werden, die in
lockerer Streuung ganz flach unter der Oberfläche saßen und deren Oberteile größten-
teils, wohl als Folge der fortschreitenden Windabtragung des lockeren Dünensandes,
zerstört waren. 1951 wurde der Acker dann ebenfalls in eine Sandgrube umgewandelt,
die mit Baggerbetrieb arbeitet. In diese Periode fällt die Auffindung eines Urnengrabes
sowie eines Skelettgrabes der frühen-mittleren Latenezeit (s. unter „Latenezeit“). Es
darf angenommen werden, daß der restliche Teil des Urnenfeldes inzwischen weit-
gehend dem Baggerbetrieb zum Opfer gefallen sein wird. Fortlaufende Begehung der
Fundstelle, sowie sorgfältige Aufzeichnung der Beobachtungen wird Bezirkspfleger
Gember, Mannheim-Feudenheim, verdankt.
Brandgrab 1: (vgl. Bad. Fundber. 14, 1938, 15)
Große Urne in erkennbarer Grabgrube. Reste einer zerstörten Deckschale auf der
Schulter. In der Urne Sand, auf dem Boden wenige kalzinierte Knochen. Außerhalb der
Urne, in der Grubenfüllung viel Holzkohle, Leichenbrand und Teile eines Bronze-
armrings.
Funde: Randlose Kegelhalsurne mit breiter Schulterriefe, oben geglättet, unten ge-
rauht, H. 50 cm (Taf. 26, B). Funde während des Krieges zerstört.
Brandgrab 2: (vgl. Bad. Fundber. a. a. O.)
1 m östlich neben Grab 1. Urne mit Deckschale, im Innern reichlich Leichenbrand.
Neben der Urne eine Schale und eine Amphore.
 
Annotationen