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Fundschau 1949—1951: Latenezeit

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Aufnahme einer heute vergangenen wohl farbigen Masse (Email?). Der ganze Reif mit
Knoten und Puffern ist gegossen, der Guß vom Ziseleur überarbeitet. Dabei wurden
die Knoten durch geschrotete Linien mit spitzen Punzeneinschlägen scharf abgesetzt,
die Knoten durch geschrotete Bogenlinien belebt. Ebenso ist der Rand der schalenförmig
vertieften Pufferenden durch eine mit feinen Punzenschlägen besetzte Linie betont.
Hinter den Knoten befinden sich auf dem glatten Draht des Reifs beiderseits zwei im
spitzen Winkel auf die Außenlinie des Reifs zulaufende Linien (Abb. 20, 1). —
2. Bronzearmreif, oval, von 4,3—5,3 cm Weite, verziert mit 19 Knoten und zwei an
den Endflächen schalenartig verzierten Puffern. Die Knoten sind glatt und wenig scharf
vom Ring abgesetzt, die größeren Pufferknoten durch eine Linie gegen den Reif abge-
grenzt, ebenso umzieht den Schalenrand der Puffer eine geschrotete Linie (Abb. 20, 2).
— 3. Bronzeknotenarmreif, oval, von 4—4,8 cm Weite, verziert mit 17 Knoten und
zwei größeren Pufferknoten mit schalenartig vertiefter Endfläche. Alle Knoten, auch
die Pufferknoten sind verziert durch je drei Kreispunzeneinschläge. Der Schalenrand
der Endknoten ist durch eine umlaufende Linie betont (Abb. 20, 3) (4901).
Mtbl. 31/6617 Schwetzingen. — (Gember, Dauber)

Singen (Pforzheim), Ortsetter.
Bei Erdarbeiten zur Verbreiterung und Tieferlegung der alten Bergstr. am Nordrand
des Ortes wurden 1949 drei Gräber der Latenezeit (B) angetroffen, von denen zwei von
Bauunternehmer Roßwag ausgegraben, das dritte von F. Garscha untersucht wurde.
Grab 1 : Richtung Nord-Süd; etwa 1,2 m unter der alten Oberfläche 0,7 m unter
der alten Straße. Männergrab. —
Beigaben: Eiserne Lanzenspitze, schlecht erhalten. Breite Form mit flachbogigen
Ausschnitten am Blatt. L. 24,5 cm, davon 7 cm Tülle, größte Br. ca 8 cm (Taf. 36, B).
Grab 2 : Richtung Nord-Süd; 1 m unter alter Hangoberfläche, 0,5 m unter der alten
Straße. Keine Beigaben.
Grab 3 : Richtung Nord-Süd; ca. 1,35 m unter alter Hangoberfläche, 0,9 m unter
dem alten Weg; Grabgrube: 2,7 X 0,8 — 1 m, dunkelbraune Füllung in gelblich-brau-
nem, steinigen Lehm. Bestattung: weiblich, jugendlich, Skelett bis auf Schädelreste,
Schlüsselbeine, Reste der Unterarme und Unterschenkel und einen Fingerknochen
vergangen.
Beigaben: 1. Am Hals Bronzescheibenhalsring, Weite 12,1 cm, Stärke am unver-
zierten Teil 6,5—7 mm. Wie alle Scheibenhalsringe ist der Ring zweiteilig. Das Nacken-
stück nimmt etwas mehr als 3/« des Umfangs ein, der Rest entfällt auf das reichverzierte
verhältnismäßig kleine Halsstück. Verbunden sind die beiden Teile dadurch, daß das
rechte knopfförmige Ende des Nackenstücks in den hohlen Endknopf des Halsstückes
eingefügt ist, so daß ein Kugelgelenk entsteht. Auf der Gegenseite befindet sich der zu
öffnende Steckverschluß. Ein zapfenförmiger Fortsatz des Nackenstücks greift in eine
ziemlich weite Öffnung des linken Endknopfs vom Halsstück. Die heutige Stellung
der beiden Teile — der Verschluß ist geöffnet, das Halsstück nach innen verrutscht,
das Kugelgelenk an der rechten Seite durch Patinierung verwachsen — verdeutlicht den
Maßunterschied der Sehnen beider Bogenteile, der das Festhalten des Steckverschlusses
 
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