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Fundschau 1949—1951: Latenezeit

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Stühlingen (Waldshut) „Schönboden“.
In seinem westlichen Teil enthält das Gewann die Quellen des Weilerbachs. 1951 wurde
dort eine neue Wasserleitung angelegt. Beim Ausheben des Grabens, der dicht südlich
des Bachbettes verläuft, wurden unterhalb des obersten Schöpfbehälters, dem Ausgangs-
punkt der neuen Wasserleitung mehrere Fundstellen angeschnitten, deren Meldung
Oberlehrer Häusler in Stühlingen verdankt wird. Die Aufzählung der Fundstellen
erfolgt mit dem Gefälle von West nach Ost.
Fundstelle 1: 3 bis 5 m östlich des Schöpfbehälters wurden bis in 1,3 m Tiefe
Tierknochen und Scherben (Taf. 33, B 11—13) gefunden, ohne daß ein klares Profil
zu erkennen war; der schwarze Waldhumus geht nach unten ohne erkennbare Abgren-
zung in braunes Erdreich über.
Fundstelle 2: Wenige Meter weiter östlich war in beiden Grabenwänden eine
Grube von 2,05 m Tiefe und 3,1 m Länge zu erkennen, die Breite konnte nicht fest-
gestellt werden. Die Grubenwände waren von 0,8 m Tiefe an zu sehen, die Sohle ist
flach. Die Einfüllung bestand aus fast schwarzem, verhältnismäßig lockeren und mit
wenigen Steinbrocken durchsetzten Boden. Im Bereich der Grabenbreite fanden sich
Tierknochen, Scherben und eine Eisenschlacke.
Fundstelle 3: 15 m weiter östlich ließ sich in beiden Grabenwänden auf 3 m
Länge in rund 1 m Tiefe ein Pflaster aus kleineren plattenförmigen Bruchsteinen
beobachten. Im Aushub wurden Knochen und Scherben (Taf. 33, B 14—18) gefunden,
deren ursprüngliche Lage — ober- oder unterhalb des Pflasters — sich nicht mehr
ermitteln ließ, weil der Graben bei der Untersuchung schon ausgehoben war.
Fundstelle 4: 16,5 m östlich von Fundstelle 3 konnten während der Ausschach-
tungsarbeiten ein weiteres, sauberes Pflaster in 1 m Tiefe auf 3,5 m Länge und auf der
ganzen Grabenbreite (2,5 m) beobachtet werden. Es bestand aus kleineren, platten-
artigen Bruchsteinen, die einen vollständigen, horizontalen Boden bildeten. Am west-
lichen Rand des Pflasters konnte auf 0,45 m Länge der Rest eines niederen, noch bis
zu drei Steinlagen hoch stehenden Mäuerchens von 0,3 m Breite festgestellt werden.
Über dem Pflaster befanden sich in einem einheitlich schwarzbraunen, fast steinfreien
Boden zerbrochene Tierknochen und Scherben (Taf. 33, B 1—6), unmittelbar auf dem
Pflaster lag ein zweireihiger alamannischer Beinkamm.
Fundstelle 5: ist nicht mehr genau zu lokalisieren. Die Funde bestehen aus
Scherben (Taf. 33, B 7—10), die beim Absuchen des Aushubs aufgelesen wurden.
Fundstelle 6: Dazu kommt eine bronzene Schälchenfibel (Abb. 17, B), deren
nur zur Hälfte erhaltene Spirale noch 18 Windungen enthält, die in der Nähe eines
weiter östlich gelegenen Pumpwerkes mit Schöpfbehälter aufgelesen wurde. Ob die
Fibel mit diesen Knochen in Zusammenhang steht (Skelettgrab?), muß dahingestellt
bleiben.
Die Scherben, die hier vorgelegt werden, gehören alle der späten Latenezeit an. Es
handelt sich hauptsächlich um Töpfe (Taf. 33, B 1—5. 7—9. 11—13. 17—18), die in
bekannter Manier Besenstrich (Taf. 33, B 11. 17 in Spuren vorhanden), einfache
oder mit einem Kamm ausgeführte Wellenlinien (Taf. 33, B 9. 13) oder auch einfache
 
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