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Fundschau 1949—1951: Römische Zeit

gehörigen der Familie Ruf römische Scherben gehoben. Die Mehrzahl der Stücke
stammt aus der Langestr., daneben lieferten die Gernsbacherstr., der Römerplatz und
das Drachengäßchen Funde. Weitere Scherben aus der Kaiser- und Lichtentalerallee
wurden untermischt mit mittelalterlichen Gegenständen angetroffen und scheinen dem
Schutt anzugehören, der nach dem Stadtbrand von 1689 vor der Stadt in der Oos-
niederung abgelagert wurde.
Bei den Funden, z. T. schönen Reliefsigillaten, fällt auf, daß die große Mehrzahl noch
ins letzte Drittel des 1. Jhdts n. Chr. gehört. Rheinzaberner Ware fehlt unter den
Sigillaten fast ganz, während südgallische Ware (Germanus, Crucuro-Gruppe) über-
wiegt. Stücke aus dem 3. Jhdt. n. Chr., in dem für Baden-Baden unter Caracalla
nochmals eine Blüte anzunehmen ist, waren nicht nachzuweisen. Genaue Vorlage der
Scherben erfolgt später.
2. „Rettig“, Villa Werner.
Auf dem Hügel des Rettig, außerhalb der ehemaligen Stadtmauern von Baden-Baden,
wo zu den verschiedensten Zeiten Funde angetroffen, aber niemals planmäßig auf-
genommen worden waren, kam es im Jahre 1951 anläßlich der Erstellung eines Kinder-
garten-Pavillons zu größeren Erdbewegungen, die einen Einblick in den Boden erlaub-
ten. Angetroffen wurden (vgl. laufend Plan Abb. 21) ein kleiner quadratischer Bau
mit Hypokaustheizung A, im Lichten 3,4 X 3,4 m groß. Erhalten waren nur der
Unterboden und darauf jeweils die zwei bis drei untersten Platten der Hypokaust-




Abb. 21. Baden-Baden. Grundriß vom „Rettig“,
(nach Germania 30, 1952)
 
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