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Fundschau 1949—1951: Römische Zeit

Ettlingen (Karlsruhe) „Lochäcker“.
östlich des „Dörnigwegs“, in welchem mit Sicherheit ein von der heutigen Straße
Ettlingen-Durlach abweichendes Stück der römischen Bergstraße zu vermuten ist,
wurden 1947 auf dem Grundstück Lgb. Nr. 3337 (K. Brisach) römische Ziegel und
Scherben gefunden, die möglicherweise von einem Nebengebäude der nahegelegenen
römischen Villa beim Hedwighof (vgl. E. Wagner, Fundstätten und Funde 2 (1911)
64 ff.) herrühren.
Mtbl. 51/6916 Karlsruhe. — Verbleib: Archiv Landesdenkmalamt Karlsruhe.
(Heukemes)

Haueneberstein (Rastatt) „Hugletzenschlag“.
Bei Besuch des „Klösterle“, einer römischen Ruine (wahrscheinlich identisch mit dem
Grundriß in Ortenau 16, 1929, 58 Abb. 15), fand P. Braun eine Sigillatascherbe Drag. 36
(Oswald-Pryce Taf. 53, 14) mit Barbotine-Verzierung. — 2. Jhdt.
Mtbl. 67/7215 Baden-Baden. — Verbleib: Stadtgeschichtl. Slg. Baden-Baden.
(Braun, Nierhaus)
Heidelsheim (Bruchsal) „Altenbergteich“.
Am Südfuß des „Altenberg“ (s. unter „Jungsteinzeit A) Siedlungen“) wurde 1951 auf
den Grundstücken Lgb. Nr. 2105 A, 2107 A, 2108 A ein großes römisches Gebäude
untersucht (Abb. 23). Unter der dünnen Humusschicht dehnt sich ein Schutthorizont,
in dem eine Brandschicht von Ziegeltrümmern aller Art auffällt: Leistenziegel, Dach-
und Bodenplatten, dazwischen bemalter und unbemalter Verputz aus den Innen-
räumen. Die teilweise ausgebrochenen meterdicken Mauern reichen bis in 3 m Tiefe
hinab. Auffallend ist, daß das ansehnliche Gebäude nicht unterkellert ist.
Die Umfassungsmauern des Gebäudes stellen ein Rechteck von 19,85 X 33,95 m dar.
Die Längsachse verläuft etwa südsüdwest-nordnordost. Der Raum ist durch eine Zwi-
schenmauer in Richtung der Längsachse geteilt. Dadurch entstehen zwei in ihren Ab-
messungen sehr ungleiche Gelasse. Das schmale ist zudem senkrecht zur Längsachse
unterteilt, so daß darauf zwei ungleichmäßig lange und auch nicht ganz winkelrechte
Gebäudeteile entstehen. Die hangwärts liegende Schmalseite des Hauses ist durch drei
vorgelagerte Fundamentpackungen für ehemals vorhandene tragende oder stützende
Bauteile verstärkt. Ähnlich ist die Südostecke durch eine in der Mauerrichtung ange-
fügte Packung gesichert. Ob die in der Mittelachse des größeren Gebäudeteils angetrof-
fene Grube als Standort einer Dachstütze oder für den Kult bestimmten Architektur,
etwa einer Säule oder eines Altärchens, in Anspruch genommen werden darf, bleibt
vorerst ungeklärt. Die auffallende Häufung der Dachziegeltrümmer in Mauernähe gibt
der Vermutung Raum, daß ein Teil des großen Rechtecks nicht überdacht war. Ebenso
scheint die Auffindung von bemaltem und mit Linien versehenem Putz auf der Seite
der kleineren Räume die Annahme bewohnbarer Räume zu stützen. Über den Ver-
wendungszweck des verhältnismäßig großen Gebäudes ist erst nach weiteren Unter-
suchungen Klarheit zu gewinnen. Weitere Bauten liegen in der Nähe (5136).
Mtbl. 46/6817 Bruchsal. — Verbleib: Kraichgaumuseum Bruchsal. (Bauer)
 
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