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Fundschau 1949—1951: Römische Zeit

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der römischen Rheinuferstraße, die in der Gegend verlaufen sein muß, wurde nichts
festgestellt. Zwei Münzen aus verschiedenen Baugruben s. unter ,,B) Röm. Münzen“. —
Ein unklarer Befund von derselben Anhöhe über dem Rhein s. Bad. Fundber. 17,
1941—1947, 326.
Mtbl. 165/8412 Wyhlen. — Verbleib: Heimatmuseum Säckingen. (Em. Gersbach)
Lahr, Stadtteil Dinglingen „Mauerfeld“.
Beim Aushub der Baugruben zum Neubau der Werkstätte und zweier Tanks der
Vulkanisieranstalt W. Amann, Offenburger Str. 9, unmittelbar an der Bundesstraße 3
gelegen, kamen 1949 und 1950 römische Schichten zutage und wurden von E. Buchfeld,
A. Eckerle und R. Gerbig aufgemessen und beobachtet. Unter einer modernen (nach
1946) Aufschüttung von 0,8—1 m Mächtigkeit kam eine etwa 1 m starke braune,
lehmige Schicht, die keine Funde erbrachte, darunter in insgesamt rd. 2—2,3 m Tiefe
ein Band mit zahlreichen römischen Scherben, Ziegelbrocken, Wandverputz usw. Dar-
unter folgte stellenweise nochmals eine rd. 0,05 m starke Kohleschicht mit römischem
Wandverputz etc. Darunter steriler Boden. — An zwei Stellen wurde, auf dem 0,3 m
starken römerzeitlichen Band aufsitzend, je eine west-östliche (rechtwinklig zur Bundes-
straße) verlaufende Reihe von Sandsteinquadern von durchschnittlich 0,5 X 0,5 X 0,5 m
Größe beobachtet. Die beiden Reihen liefen parallel zueinander in einem Abstand von
14 m. Die Enden der beiden Reihen konnten innerhalb der Baugruben nicht festgestellt
werden. Die einzelnen Quadern jeder Reihe waren durchschnittlich 0,3 m voneinander
entfernt. Die Zwischenräume waren mit gut kopfgroßen Kalksteinbrocken ausgefüllt.
Mörtelspuren wurden nicht festgestellt. Da die beiden Steinreihen auf der römerzeit-
lichen Schuttschicht auf sitzen und zwischen ihnen keine Funde zutage kamen, ist eine
Deutung und Datierung der Reihen kaum möglich (Holzpfostensockel für einen offe-
nen Gang unter einem Balken oder dgl.?). — Die Schuttlagen darunter dürften von
leichten Holzhäusern herrühren, zumal in ihnen nur Ziegel, aber keine Bruch- und
Backsteine gefunden wurden.
Die Beobachtungen sind die ersten zuverlässigen, die in dem durch Einzelfunde längst
bekannten „Mauerfeld“ gemacht wurden (vgl. Bad. Fundber. 18, 1948—1950, 269 und
275). Nach diesem Aufschluß zu urteilen, hätte auf dem „Mauerfeld“ ein vicus (Dorf)
mit wenigstens zum Teil nur leichtgebauten Häusern gestanden. In nachrömischer Zeit
scheint von der Vorbergzone eine rd. 1 m starke Lehmschicht herabgeschwemmt wor-
den zu sein, die allen inskünftigen Untersuchungen hinderlich sein wird, vgl. ähnliche
Beobachtungen am Nordfuß des Kaiserstuhls (Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 331 unter
Riegel 1. „Breitfeld“; A. Eckerle und Nierhaus).
Funde: Die Einzelfunde werden später genau vorgelegt werden. Die erste flüchtige
Durchsicht ergab an Sigillaten späte südgallische (domitianisch, nicht früher) und Rhein-
zaberner Ware, daneben „belgische“ und Grobkeramik des 2. Jhdts. Unter der „belgi-
schen“ Ware fallen dieselben schwarzen Wandstücke aus Heidelberg-Neuenheim mit
sehr fein eingedrückter schachbrettähnlicher Rädchenverzierung auf, von denen unter
„Helmlingen“ schon die Rede war.

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