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Fundschau 1949—1951: Römische Zeit

199

2. Friedhof.
Totengräber Alois Hochreither fand während der Berichtszeit, wie stets, beim Aus-
schaufeln von Gräbern römische Scherben und eine Münze (s. unter ,,B) Römische
Münzen“) und lieferte sie durch Kreispfleger Sorg (Emmendingen) ab. Die Scherben
werden später genau vorgelegt werden. Eine erste Durchsicht ergab, daß die wenigen
Sigillaten gleichfalls (wie oben) südgallisch sind; im übrigen überwiegt die einfache
Keramik mit zahlreichen untypischen Scherben, die auch aus dem 2. Jhdt. stammen
können.
Mtbl. 97/7812 Endingen. — Verbleib: MfU. Freiburg.
(A. Eckerle, Gerbig, Sorg, Nierhaus)
Säckingen.
1. Ecke Schönaugasse und Spitalplatz.
Bei Ausschachtungsarbeiten für eine Erdung ergab sich 1950 folgender Aufschluß:
Mittelalterlicher und jüngerer Bauschutt 0,55 m stark,
römische Kulturschicht 0,65 m stark,
verlehmter Sand (wohl unberührt, jedenfalls fundfrei) 0,85 m stark,
unberührte Rheinsande und -kiese.
Innerhalb der römischen Kulturschicht fand sich eine Grube, die z. T. durch die Aus-
schachtungsarbeiten, z. T. durch eine mittelalterliche Hausmauer gestört war. Die Grube
unterschied sich in nichts von der Kulturschicht; sie reichte 0,65 m tief in den
verlehmten Sand hinein, war also zusammen mit der Kulturschicht 1,3 m mächtig.
Einfüllung dunkel, stark mit Kohle durchsetzt.
Funde: 1. Bronzenadel (Taf. 37, C 1), gebogen, L. 14,7 cm. —■ 2. Nadel aus Bein,
beiderseits abgebrochen (Taf. 37, C 2), L. noch 6,5 cm. — 3. Bodenstücke von glatten
Sigillaten, offenbar späte südgallische Ware, Randsdherben grobtoniger Ware mit
„keulenförmig verdickten Rändern und waagrecht umgelegten Rändern mit umlaufen-
den Randrillen“ (Gersbach), offenbar ähnlich unseren Funden aus Eichen (s. o. und
Taf. 37, A 1. 2. 4).
Datierung: Ausgang 1. und 2. Jhdt.
2. „Obere Flüh“.
Im Bereich des Brandgräberfeldes (vgl. Bad. Fnudber. II, 1929—1932, 55 ff. 161. 239.
380 ff. mit Abb. 147 ff. Em. Gersbach; III, 1933—1936, 222 mit Abb. 97a, H. Eiden)
kamen beim Neubau des Hauses Rembold 1949 einige völlig zerfressene Scherben zu-
tage, darunter das Randstück einer ziegelgelben Schüssel (Taf. 37, C 4) mit mäßig
gebogenem Horizontalrand und tiefer sitzender Leiste, ähnlich Ettlinger, Augster
Thermen, Taf. 19, 25, doch Kragen stärker gebogen.
Bei Anlage von Tennisplätzen am Westrand des genannten Gräberfeldes wurden 1951
keine Gräber mehr angetroffen, sondern nur noch vom Pflug verschleppte Scherben.
Diese sind meist Bodenstücke und sämtlich vom Feuer ausgeglüht, stammen also von
dem Gräberfeld. Außer den Bodenstücken sind zu nennen ein grauer Krughals mit
 
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