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Fundschau 1949—1951: Alamannisch-fränkische Zeit

blech mit Eisenstift verbunden sind (Taf. 40, B3—7). In der einen Schale (Unterteil)
Staubring aus 5 mm breitem Bronzeblech mit 2 mm Überstand. Am Oberteil gegenüber
dem Scharnier bandförmiges Verriegelungsstück, das um einen Bronzeniet drehbar mit
einer kleinen Nase unter dem Kopf eines Bronzeniets am Unterteil eingreift. Ver-
zierung: Beide Schalen sind durch graviertes konzentrisch um den Mittelpunkt angeord-
netes Linienornament verziert. Am Oberteil drei konzentrische Kreise von 8,5 mm;
10 mm; 14 mm Radius. Innerer Kreis durch Kreuz in vier Teile geteilt; zwei gegen-
überliegende Teile durch konzentrische Kreisbögen gefüllt, die beiden andern durch
Linien vom Mittelpunkt aus halbiert. Auf dem äußersten Kreis aufsitzend ein Kranz
von Fünfecken, von deren Spitzen kurze Linien gegen den Rand hin ausstrahlen.
Unterteil: vier konzentrische Kreise von 9 mm; 11 mm; 14 mm und 16 mm Radius.
Mittelkreis in vier Teile geteilt, in je zwei gegenüberliegenden Teilen konzentrische
Kreisbögen bzw. vom Mittelpunkt ausgehende Strahlenbündel. Fünfeckmuster wie am
Oberteil. — Inhalt der Kapsel eine kleine weiße Perle. — Zubehör: Der Scharnierstift
hält gleichzeitig einen steigbügelförmigen Bronzedrahtbügel, an dem sich eine viereckige
Riemenlasche befindet. In der Nähe fanden sich vier weitere gleichartige Bronzeblech-
riemenlaschen, je paarweise durch ein Bronzeringchen verbunden (Taf. 40, B 1—2).
Grab 9 : 30 m südwestlich von Grab 8 fanden spielende Kinder in der Böschung des
Seltenbachwegs am Rand von Grundstück Lgb. Nr. 3061 oder 3059 ein Grab. Rest-
untersuchung erbrachte eine Röhrenausgußkanne von 16 cm Höhe mit Rädchenmustcr
auf dem Rand (viereck-zweizeilig) auf der Schulter (viereck-dreizeilig) und Stempel-
muster über dem Umbruch (hochstehendes Rechteck mit dreizeiligem Viereckmuster).
Mtbl. 52/6917 Weingarten. — Verbleib: Archiv Landesdenkmalamt Karlsruhe.
(Dauber)
Breisach (Freiburg) „Hochstetter Feld“.
An einer Wand der Kiesgrube Ichterz konnten 1950 noch die Reste einer Bestattung
geborgen werden. Das Skelett stammt von einem Erwachsenen und ist auffallend klein.
Bedeutsam ist dieser Grabfund durch ein dünnwandiges, schwarz-graues Schälchen, das
in einer Art terra nigra-Technik angefertigt ist (Taf. 41 E).
Von einem scharf abgesetzten, leicht nach innen gezogenen Standbogen steigt das Profil
allmählich zum gewölbten Bauch an. Zwischen Schulter und dem leicht nach außen an-
steigenden Rand befinden sich drei parallel umlaufende Riefen, eine schwache Riete
betont den Rand. H. 6 cm, Mündungsdm. 11,5 cm, Bodendm. 4 cm. Nach W. Veeck,
Alamannen 1 (1931) 26 und Taf. 15, 10 gehört das Schälchen in eine frühe Gruppe
alamannischer Keramik, wie sie im 5. Jhdt. vorkommt und ins 6. Jhdt. hineinreicht.
Besonders hingewiesen sei auf die unmittelbare Nachbarschaft des Gewannes „Kinkel-
rain“, von wo sehr frühe alamannische Funde bekannt sind (vgl. Bad. Fundber. III.,
1933—1936, 389; 16, 1940, 33) (Fr 50/24).
Mtbl. 105/7911 Breisach. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Unser, A. Eckerle)

Donaueschingen „Beim Tafelkreuz“.
Südlich und nordwestlich des seit 1870 bekannten Alamannenfriedhofs wurden 1950
im Bereich mehrerer Baugruben Suchschnitte angelegt. Außer einer rezenten Boden-
 
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