Bechstein, Johann Matthäus
Getreue Abbildungen naturhistorischer Gegenstände: in Hinsicht auf Bechsteins kurgefasste gemeinnützige Naturgeschichte des In- und Auslandes für Eltern, Hofmeister, Jugendlehrer, Erzieher und Liebhaber der Naturgeschichte (Band 8): Achtes Hundert — Nürnberg, 1807

Page: 43
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bechstein1809bd8/0043
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Der Steinbock.

43




bedeckt; die Ohren sind kurz und rund; der Leib
gleich dick; die Füsse kurz und stämmig; das
Haar lang und bräunlich lichtgrau mit schwärzlich
melirt, nach den Fiissen zu gelblich, und unten
graulich weiis. Die südöstlichen Theile von
Russland sind das Vaterland dieses Thiers. Es
hält sich in sonnigen Thälern und an den Rän-
dern der Waldungen in eigen gegrabenen Höhlen
aus, in welchen es auch seine lungen bringt, und
welche gewöhnlich in einem Busch verborgen
sind. Durch ihre Stimme, die dem Schlagen der
Wachtel gleicht, verrathen sie ihren Aufenthalt.
Sie ist so stark, dass man sie eine Stunde weit hö-
ren soll. Sie nähren sich von Gras und Laub,
und können leicht gezähmt werden.

•<»*

44. Der Steinbock.
(Alpenziege, Alpenbock, Europäischer und Sibirischer
Steinbock , Ybsclien.)
Capra Ibex. Gmelin Lin, Syst. I. i. p. 196. n. 2.
Le Bouquetin. Busson liisc. nat. XII. p. i36. t. i3.
The Ibex. Pennant.
Diese Thiere sind fast gänzlich ausgerottet;
am häusigsten sinden sie sich noch auf den Savoy-
schen Alpen. Man sagt, die hohe Gebirgsgegen-
den, wohin sie der Mensch zu flüchten genöthi-
get, sey die hauptsächlichste Ursache ihrer Ver-
minderung, denn das Blenden des Schnees mache
E 2 sie
loading ...