Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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Lange werden, wenn wir bedenken, wie seicht wir
unsere Sachen oft entrichten? wie riese Thorstenen
wir ln unserm Leben begehen? wie oft r ir unsren d-
lich, neidisch, zänkisch gegen unscrn Nächsten sind ?
n ie sehr grausam mancher sein Vieh plagt und aualt?
vste mancl er sich, und andere aus Unverstand in
Schaden und groß Unglück stürzet? wie mancher
n-ch g».chine Freude daran bat, — wenns seinen^
Noel b-r übel gehet ? wie mancher lieber faulenzt ,
und müßig gebt, als daß er etwas Nützliches, und
Gutes tlstte, wenn er nicht muß? — wenn man
dieses alles bedenkt, so sollte man fast zweifeln: ob
es wa.br sey, daß Gott uns zu seinen Ebenbildern
habe machen wollen; well wir ihm so gar wenig
osticl er. bind sagt n cht die heilige Schrift selbst:
Niemand ist out, als der einzige Gott. Wie
könnten dann wir schwache Menschen alles gut ma-
chen , und selbst so gut seyn, wie er ? — Ist da
nicht ein Spruch dem andern zuwider? Schenkt mir
eure Aufmerksamkeit nur noch eine kleine Weile,
meine Freunde, so werdet ihr einsehen, daß die
Morte Gottes, da er strack: lasset uns Men-
schen machen, ein Bild , das uns gleich sey ,
dennoch eimreffen, und daß die heilige Schrift nicht
wider sich selbst rede.
Nickt wabr, meine Lieben, ein Kmd, wenn es
arck die Welt k^mmt, weis und versteht gar nickN?
Es kömmt erst mit den Jahren zum Verstand,
rm d alte Männer, und Frauen si' d gemeiniglich
verstaudiqer'und wisstn mehr, — els die muntere
Jugend, und kommt dieses nickt daher, daß sie in
ihrem Leben mehr gesehen , gehört und erfahren har
Len, und druck Naci ftr ckcn und veberlegung klü-
Zer geworden st> d ? nicht einige unter euer dar
durch
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