Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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-aß der liebe Gott Kräuter wachsen läßt, welche so
schädlich sind. Man muß aber wissen, daß sie nur
schädlich sind, wenn man sie ißt; sonst haben sie ih-
ren guten Nutzen, manche als Arzney für Menschen
und Vieh, andere zum Färben, und Beitzen,
andere da- Ungeziefer zu vertreiben. Bey vielen
rv ssm wir nun den Nutzen noch nicht, werden ihn
aber erfahren, wenn wir ferner fleißig über die schö-
nen und großen Werke Gottes nachdenken, und
durch sorgfältige Proben erforschen, wozu uns jedes
nützen kann. Wenn aber auch manche Gewächse
uns und unserm Vieh gar nichts nützten, so dienen sie
-och andern Thierm zur Nahrung oder zur Gesund-
heit; und der liebe Gorr muß, als ein guter Vater
seiner Geschöpfe, auch für den geringsten Wurm
sorgen, daß er nicht Noch leide, so lang er lebt.
Uns Menschen hat er aber Augen, Geruch , Ge-
schmack und Vernunft dazu gegeben, daß wir unter,
scheiden sollen, was uns zur Nahrung diener, und
uns vor dem hüten, was uns schädlich ist. Er hat
auch Lehrer in den Kirchen und Schulen dazu be-
stellt, daß sie den gemeinen Mann, der wegen seiner
Arbeit nicht Zeit genug hat, sich um alles zu beküm-
mern, in solchen Dingen, die ihm nützen oder scha-
den, unterrichten sollen; und gute Obrigkeiten sehen
darauf, daß keiner ein Lehramt bekomme, der nicht
fleißig studiert hat, was zu einem vergnügten Leben
und zur Hülfe in Nothfällen dient und heilsam ist.
Das ist nun bey den Giftpflanzen und andern un-
bekannten Gewächsen die erste und vornehmste Re-
gel : daß man nichts esse, was man nicht genau
kennt. Die zweyte ist: wmn sich in einer Gegend
Kräuter oder Füchte finden, die zur Nahrung dien-
lich scheinen, so frage man erst verständige Aerzte
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