Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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Was dis Kirschen, sowohl wilde als Garten-
kirsch-m, strure und süßt», für ein gutes Essen sind,
wißt ihr alle. Kinder thun aber wohl, wenn sie
allezeit, und so auch zu allem andern Obst,. Brld
dazu essen. Wer deren viel hat, kann sie trocknen,
und dann mit Vortheil verkaufen, oder zu einer La-
bung für Kranke aufaewahren. Das Trocknen ge-
schreht an der Last, indem man die Kirschen mit
Len Stielen an Fäden anreyhek, und die Fädm auf
dem Boden, wo dre Luft recht durchwehet, wie die
Waschstricke, aufzicht. Dieses ist die beste Art.
Man kann sie aber auch im Backofen und in einem
ordentlichen Oöstdörrofen trocknen. Nur müssen sie
auch da noch alle Stiele haben, und auf He dm
( Hürden ) ordentlich neben einander gelegt siyn ,
wenn sie recht gut werden, und nicht den besten Saft
vermehren sollen. Die Hitze muß auch im Anfang
ganz gelind feyn.
Bey den Psiaumen und Zwetschgen ist eben die-
seS zu beobachten. Wer sie recht gar haben will ,
muß sie auf Horden sorgfältig neben einander legen,
daß der Stiel, oder der Theil, wo der Stiel gewesen
ist, oberwärts kommt. Wenn man sie auch aufden
bloßen Heerd in Backofen sü ü tel, mußman siedech
nicht dick aufhättftn, sondern dünn auSrreiten. Je
länger sie am Baum gehangen sind, desto bess r wer-
den sie getrocknet. Bey diesen, und so auch bey
Aepfel - und Birnschnitzeln gilt eben dreie Regel:
daß die erste Hitze beym trocknen nicht zu stark stnn
muß. Je stärker man aber alles Obst trocknet, desto
länger hält es sich. Wenn also dre Hitze im Back-
ofen nicht lang genug anhält, muß man frisches
Feuer einmachen, und da braucht man das Obst nicht
erst heraus jw nehmen, sondmr man Laßt in der Mit-
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