Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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statt des Baumöls zum Salat, oder statt detz
Butter zu Krapfen und andern Speistn nimmt»
Er wußte aber aus Erfahrung, dc-ß das Baum-
öl nicht allein rheuer ist, sondern, auch oft eben
so schlecht brennt und schmeckt, wie das schlechteste
Lein: oder Hanföl. Da nun in dem Buch be-
schrieben war, wie man aus allerhand emh-imischen
Saamwcrk sehr gutes SpeiSöl bereiten könne,
und da eben in dem Dorf ein Oelmüller war, der
gern Lehre nno Rath annahm, so probiere der klu-
ge Wirrh die Vorschläge einen nach dem andern -
und fand sic nützlich und gut.
Um ein gutes Lampenöl zu haben, nahm er ein
Glas , that Wasser hin in und so viel Salz dazu -
bis -aS Salz nicht mehr zergieng. Darem tauchre
er die baumwollenen Lamyenvachre oder Zacken et-
lickcmai, und ließ sie wieder trocken werden. Das
Salzwasser goß er in eine Flasche und eben so dies
Oel dazu, schüttelte es wohl durch einander, und
ließ es sich wieder setzen. Das auf solche Art gerei-
m te Oel goß er dann von dem Salzwasser ab int
die Lampe. Seme Lampe machte nun nicht den ge-
ringsten Dampf, wenn er auch zuweilen schlechtes
oder ganz frisches Oel brennen mußte: seine Stube
blicb ein Jahr länger weiß, und dre Zechgäste fassen
besser bey der Lampe, als bey Unschlichtkerzen.
Das Speisöl füllte er in ganze reine Flaschen
bis in den Hals, aber nicht ganz voll, und in den
leeren Raum goß er etliche Löffel voll reinen Brand-
wein der keinen Nachgeschmack hatte. So hielt
sich das Speiseöl lange Zeit, und schmeckte besser ,
als oft das Baumöl.
Mrt dem Mshnsaamen, ( Magensaamen ) wel-
cher noch süßeres Oel giebt, als Baumöl, mach-
te
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