Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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haben sogar die Obrigkeiten hier und da bekannt ge-
macht , daß man französisches Vieh nicht wegzuwer-
fen brauche, soudeur das Fleisch davon ohne Eckel
genießen könne, wmn das Thier nicht gar zu mager
und abgezehrt dabey fty. Ein Kalb, das von einer
kranken Kuh gefallen ist, oder an ihr gesogen hat,
muß 8 bis 14 Tage mit guter Milch und andern
Futter genährt werden , ehe man es schlachten dar'»
Schaafvieh, das am Durchfalle, an Entzün-
dungen oder )s)erschwüruttNen der Eingeweide,
der Fäule, oder dem Anbruch der Fallsucht krank
ist, darf nicht geschlachtet und gegessen werden. Ist
es aber von gesammelten Wasser im Kopf roll und
drahend (damisch ) oder bat die nasse oder trock-
ne Räude, oder die Wassersucht, wenn es nicht
sehr mager dabcy ist, so kann man's ohne Gefahr
essen, wenn man es nur bey Zeiten schlachtet.
Bey den Schweinen muß mau vorzüglich dar-
auf seben, ob etwa die Zunge mit Blasen oder Beu-
len beseht, und donn ob Geschwulst oder Entzündung
im Hals, und garstige Geschwüre in den Eingewei-
de« verbanden sind. Wenige Finnen im Fleisch scha-
den nicht: aber die Leber muß man ganz wegwerfen,
wenn sich Geschwüre und Eiterbeulen darinn befinden.
Krankes Schweinfleisch rangt zum Einsalzen und '
Räuchern noch weniger, als frisch zu essen; und
faul gewordenes , geräuchertes , schadet auch dem
stärksten Magen. Besonders darf man die Würste
nicht zu alt und ranzig werden lassen. In den heis-
sen Sommertagen sollten gar keine Schweine ge-
schlachtet werden, weil ste da den meisten Zufällen
umerworfen sind; in Frankreich ist es auch verbot-
en in den Monaten Inny, Juli und Augusti Schwei-
ne zu schlachten. Auch haben die Beschauer und
Schä^
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