Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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khMgs Sache, wenn solche nicht recht neu, von rei--
ven Geschmack und frisch sind. Man har sich Lader
vor allen stuckenden Stockfischen und alten verdors
denen Heringen wohl rn Acht zu nehmen»
Nro» i z.
Dom Wasser.
Im Frühjahr 1784 hat man in den Zeitungen fol?
Zendeö gelesen : Aus der Bukowme, vom 19. April»
« Ein walachischrr Bauer aus dem Dorf Dorna, wo der Kaiser
eine neue Srraße har durchfuhren lassen, übernachtete bey einer
Messe im vorigen Sommer auf frepem Feld, aß sein bey sich ha-
kendes Abendbrot» mit Appetit, und weil ihn Durst ankam, trän?
er aus einem stehenden Wasser, und verschluckte drey kleine Kröten
mit, die er in der Dunkelheit nicht gesehen hatte. So wie nun diese
Lhiere in seinem Magen größer wurden , verursachten sie ihm im-
mer mehr Schmerzen. Alle angewandte Mittel, sie aus dem Leib
zuschaffen, waren vergeblich, bis er es endlich mit einem Sauere
brunnen bey Schars, an der türkischen Granze, versuchte, dessen
Wasser allen Thicren tvdtlich und nur den Menschen heilsam ftyrr
soll. Der Wallach trank in Menge davon, und brach endlich zwey
ziemliche Krotten weg. Die dritte wollte aber nicht uachfolaen und
zu Anfang des Mürzmonats starb der Mann. Diese Geschichte
lehrte, daß man nicht aus jeder Pfütze trinken müsse, und oaß ois
Krötten im Leib nicht gut thun; wenn sie schon so giftig nicht sind,
als man gemeiniglich glaubt."
Man sieht nun daraus, daß auch das Wasser,
ohne welches weder Mensch noch Vieh leben kann,
zuweilen der Gesundheit gefährlich ist. Es giebt
z- E. kochend heisse Brunnen; das Meerwasser kann
man vor Salz nicht trinken; einige Quellen führen
von Natur giftige Theile bey sich; und alles faul
And stinkend gewordene Wasser macht Menschen und
Vieh krank, wenn sie davon trinken. Dagegen
giebt es auch viele Gesundbrunnen, welche wider die
Gicht und andere schwere Krankheiten helfen , und
hie Gesundheit stärken. Diese verschiedene Besthaft
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