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Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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https://doi.org/10.11588/diglit.47506#0142
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r?4
Mauerzeug giebt, in welchem kein Salittr aus der kust
Eindringen kann. Und dergleichen braun t man auch an
feuchten Orten, wo Salitersraß zu fürchten rst, zum
Anfmauern selbst. Man sieht daraus, daß Nichts so schlecht
ist , aus dem der Mensch nicht durch Verstand und Klug-
heit Nutzen ziehen konnte, und daß ein guter Hauswirth
auch die zerbrochenen Scherben an einem sonst unnützen
Ort auffainweln muß, um sie zu ferner Zett brauchen
oder andern damrt dienen zu können.
Mit den Hausgeräthschaften, als Tischen, Stüh-
len, Bänken, Schränken, Milchgeschirren, Töp-
fen und Schüsseln und allen andern Sachen hielten
er die Scherfen rorfer folgendermassen: Es war für
ein Weib, Tochter oder Magd eine gr ße Schande,
die Töpfe, Hafen, Pfannen, Schüsseln und Tel-
ler , auch Messer und Gabeln, welche des Mittags
gebraucht worden waren, dis auf den Abend unauft
gewaschen oder ungespül.lt stehen zu lassen. Kam
es auf, so wurde süNcher von alt und jung dies-
falls verspottet: oder wenn eine das Spühlen gar
über Nacht anstehen ließ, und es kam aus, so war
sie nicht sicher, daß nicht muthnnllige Bursche ein
Spottlied hinter ihr öffentlich drein sangen. Eben
so spühlren sie die Brau-und Waschgeschirre nach
dem Gebrauch mit reinem Wasser wieder aus, und
kehrten sie um, daß keine Feuchtigkeit darinn blieb
und die Sachen nicht vermoderten und faulten. Am
vorsichtigsten aber waren sie mit kupfernen, messin-
gen , zinnernen und bleyernen Geschirren. Man
weiß aus vielen rrauerigen Beyspielen, daß der Grün-
span, der sich in den kupfernen und messingen Ge-
schirren ansetzt, wenn sie auch noch so hell und rein-
lich gehalten werden, ein köstliches Gift ist. So
speißren vor ungefähr io Jahren über 40 Personen
von der königlich franjösischen Leibgarde in ihrem
Gast-
 
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