Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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zsgchum Bayern sind dre Höfe der meisten Bauern
st?r groß und beträchtlich, es stehen auch viele abge-
sondert von Den Dörfern und haben ihren Feldbau
um sich herum liegen. Nur wäre zu wünschen,daß
an manchen Orten mehr auf Reinlichkeit und bessere
Bauart möchte gesehen werden. Alleine die meisten
Bauern bleiben bey ihren schlechten Häusern und uns
reinlichen Wirthschaft, da sie es einmal so gewohnt
such. Sonsten ist Bayern ein ganz vortrefliches,
schönes, gesundes und fruchtbares Land, das alle
Bedürfnisse im Ueberflusse hervorbringt, und könnte
noch weit mehr Menschen ernähren, als bereits derins
nen wohnen, wenn man das Land besser, als es ge-
schieht, benützte. Die Bayern sind recht brave ,
redliche, gute, offenherzige, und ehrliche Leute, die
von heucheln und schmeicheln nichts wissen, sondern
gerade, wahr und ohne Komplimente heraus gehen.
Sie sind auch keineswegs so bigott — und dum,
als es die meisten Reisebeschreiber in die Welt Hins
ein fasseln; — ja man findet in bedeutenden pros
testantischen Ländern dermalen weit mehr Intole-
ranz als in Bayern.-Das beste Bier m
Deutschland wird unstreitig in Bayern gebraut.—
München, die Residenzstadt des Kurfürsten, und
die Hauptstadt des ganzen Landes, ist eine der schön-
sten Städte in Deutschland, und es leben derma-
len an 44 taufend Menschen darinnen. —
Das Salzburger Land sieht gut aus und ist
auch wohl angebaut: aber so bergigt, daß die Ein-
wohner nicht die Hälfte Getraid zum alljährlichen
Gebrauch bauen können, sondern über die Hälfte
aus Bayern und Oestreich zukaufen müssen. Da-
gegen ist der Wiesen-und künstliche Futterbau, und
die Viehzucht ansehnlich. Es giebt Bauern, wel-
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