Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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Sollen wenige Grundstücke viel und gute Früchte tra-
gen , so müssen sie gut gedüngt seyn.
Soll dein Vieh viel Dung machen, so gieb ihm viel zu
fressen.
Soll cs viel fressen, so gieb ihm Futter, daß ihm schmeckt.
Willst du also reich werden, ss fange damit an, daß du
genug gutes Futter für dein Vieh schaffest.
Daun schaffe mehr Vieh an und noch mehr Futter.
Nun verbessere ein Stück Land ums andere durch bessere
Düngung, und laß keine Furche ungenützt Kegen: so wirst
Lu von wenigen viel erndten, und kannst die Unkosten und
Abgaben, die dir das mehrere Land machen würde, jähr-
lich zu einem Sparpfenning zurücklegen.
Wachsen nun die Kinder heran, daß sie Mitarbeiten hel-
fen , so nimm von dem Sparpfenning, und kaufe allmäh-
lich ein Stücklein Land ums andere hinzu, so vrel sie be-
streiten können, und machs damit wie zuvor.
Jemehr Kinder, desto reicher wirst du nun, kannst eins
nach dem andern vom Erworbenen ausstatten, und dm
Stamm des Guts für dich behalten.
Was heut geschehen kann, verschiebe nicht bis morgen.
Wer spät anfangt, wird spat fertig.
Das nothwendigste thue immer zuerst, und richte dich
im Ackerbau lieber nach dem Himmel und dem Erdboden,
als nach dem Kalender. — Ein Kluger thut alles mir
Vernunft.
Willst du vom Pflug reich werden, so mußt du ihn
selbst anfassen. Verlassest du ihn nicht, so wird er dich
auch nicht verlassen.
Soll deine Sache gut gehen, so gehe selbst darnach.
Soll sie schlecht gehen so schicke darnach.
Treibe du deine Arbeit, damit sie nicht dich treibt.
Fleiß bricht Eisen und Stahl.
Der Faule begehrts und kriegts doch nicht: aber die
Fleißigen kriegen genug.
Arbeitsamkeit ist ein Schatz, den kein Dieb raubt, und
Ler sich immer selbst füllet.
Was man nicht im Kopf hat, muß man in den Füsse«!
Haben, und ost im Beutel.
Unordnung ist des Lebens Pest. Das
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