Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

Page: 236
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/becker1791/0244
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
2Z6
Stock wende», daß der Me trockne. Das wenden muß
behutsam des Morgens oder gegen Abend geschehen. Im
Herbst kan man den Klee, wenn dre Witterung günstig ist-
noch einmal mühen und zir Heu machen , oder grün verfüt-
tern. Nur muß man sich hüten, ihn zu spat im Herbst noch
abzumähen , Mil davon vrele Stöcke auswintern. Die
Schaafe dmss man nicht daraus treiben !affen,sie fressen das
Herz aus den Stocken. Im Herbst überstreut man den Klee-
acker dünn mit kurzem Mist. Wenn es aber viele Mause
gwbt, so unterlaßt man im Herbst die Bedeckung mir Mist^
weil unter selbigem die Mause, so nach den Kleewurzeln
g. den, geschützt werden und sehr v'fl Schaden thun. Wer
reinen Mist bat, nimmt ungebrannten qemahlnen Gips ,
AMe, Sagspäne, Hühner-oder Tanbmmisi, so viel als
man Frucht anfden Acker säet und streuet ihn rm Februar-
oder auf, wenn der Schnee von den Feldern weg--
tb niet. Doch taugt der Gips nicht auf nassen Böden. Im
Mar; rechent man den Mist , wenn dergleichen darauf ist§.
Drunter, und überzieht den Acker mit einer hölzernen Egge.
Sollte der Klee ausgewintert seyn,welches selteng-schicht^
p siür;t man den Acker, und bestellt ihn mit Haber oder-
andern Getraidarten.
Das Abgrasen oder Mähen des gemeinen Klees fangt
man an, wenn die Knospen hier und da aufbrecken^
und die Bläthe anfängt. Es muß nickt vor 7 oder K
Uhr des Morgens geschehen, eh die Sonne den Thau auf-
gezogen hat. Wird er naß eingebracht / so muß man ihn
auf der Tenne dünn auseinander streuen und trocknen
lassen, eh man ihn verfüttert. Auf Haufen entbrennt er
leicht, und wird schädlich. Die beste Fütterungsart mit.
arünem Klee ist, daß man ihn mit Stroh vermischt, oder
mit untermengtem Stroh gröblich auf der Hcxclbank
k Strohstock schneiden laßt Auch kan man abweckseln mit
anderm Futter zwischen dem Klee, und eine Hauptre-
aek ist, daß man dem Vieh nicht zu Viel auf einmal gebe^
sondern aus jedem Futter wenigstens drey Porzionen ma-
cke, zumal wenn der Klee noch jung ist. Man muß ^im
Anfang «ür kleine Porzionen geben, bis das Vieh größe-
re, vertragen lernt. Auch ist wohl zu merken, daß man
- 's Vieh nicht gleich aus den Klee saufen laßt, denn da-
loading ...