Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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He Hauen u. den zweyken stehen laßt. Doch ist es gut, auch
etwas vom ersten Wucys in Saamen gehen zn lassen, wenn
etwa der zwepte nrcht qerathen «ollte, wegen nasser Witte-
rung Wenn er ress ist, ickneider man die Kopfe mtt der
Eicl el ad , und trockn t sie auf Lüchu'n. Aiscann drischt
man oen Saamen heraus. Dee gener^, ärkiscke Saawen
w rd weit und br> rt verschickt Don Graz allein gehen jähr-
lich em ge hundert Zentner äusser Land.
II Luzerne, Dauerklee, ewiger Blee, auck Stut-
rernheimcr, türkischer, blauköpßger Blee genannt,
ist noch em besseres Futterkraut, als der gemeine spani-
sche oder steyermarkische Klee. Er ist ergiebiger/ wachst
zeitiger rm Frühjahr, und dauert langer. Er verlangt
aber euren fetten Boden, d 'ssen Erdart bis 5 Fuß einer lcy
ist - und die etwas feucht. doch nickt naß. und 4 bis 5 Fuß
liess kein Wasser unter sich hat. Denn sobald die Wurzeln
auf dre Nässe, oder auf Laimen komme», sterbm sie ab.
Der Acker zu Luzerne wird im Herbst entweder zweymal ge-
pflügt, und die Lange und Quere geeggt, oder wer es thun
kann, läßt m derselben Furche euren zweytm Pflug, allen-
falls einen tüchtigen Haakenpflug folgen, und die Erde 6 bis 8
Zoll heraufvrmgm, damit sie Frost und Regen im Winter
durchdringe. Es ist nicht gut frisch zu düngen, weil davon viel
Unkraut wachst, sondern besser thut man, einen Acker dazu zu
nehmen, der das Jahr vorher stark gedunget gewesen, und
Kraut, türkischen Waizen und dergleichen getragen hat, und
der durchs Behauen reckt mürb und vom Unkraut gereiniget
worden ist. Zu End des Aprils, v'Kr auch später im May ,
Junius oder Julius wird die Luzerne an einem windstillen A-
bend, wenn Regen zu vermuthen ist, gesaet, uns des Morgens
eingerechnet oder mit einer hölzernen Egge aus eine andere
Art eingestreift. Zur Saat wird 6 Zoll rief geackert. Zur
Deysrucht kann man Haber nehmen, und nut dem jungen
Klee abmahen und verfüttern Will das Unkraut den
ohne Beyfrucht geiärten Luzernklee überwachsen, so haut
man ihn gemeiniglich ab Allenfalls müssen auch die krie-
chenden Unkräuter her ausgejäter weiden. Em solcher Lu-
zernacker, -er im AM -der Ma- besäet wvrden, wrrd
schon
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