Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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Wie alt ist das Kind, nach Wochen gerechnet? Trinket
Es noch an der Mutter, oder ist es entwöhnet (abge-
svent)?
W'.e ist sein Stuhlgang, ist er grünlich? riecht er sehr
sauer ?
Geifert es viel, und fährt es oft mit dem Finger nach
-em Mund?
Wie viel Zähne hat es? Hat es bey dem Zahnen viel
zu leiden?
Ist es nicht unterwachsen? Hat es doppelte (englische)
Glieder? <
Hat es die Blattern gehabt? und die Masern (Flecke) ?
Gehen Würmer von ihm ab?
Hat es einen dicken Bauch?
Ist der Schlaf ruhig? oder fährt es zusammen i«
-Schlaf?
Schreyt es viel, oder ist es still?
Was bekommt es zu essen und zu trinken?
Hat cs starken Hunger, besonders nach trockenem Brod,
nd trinket es gleich früh ?
Hat es Ausschlag am Kops, oder hinter den Ohren?
Auf diese Fragen muß der Bot dem Arzt münd§
Ach oder schriftlich Bericht geben können, damit er
daraus murhmassen könne, was es für eine Krank-
heit ist. Vom Wasser oder Urin kann man ihm auch
rine Probe mitschicken, weil er daraus sieht, ob die
Krankheit Zu - oder abnimmt.
Von diesen Fragen meinten einige Anwesende in
-er Versammlung: es wurde manchen Bauersleuten
schwer fallen, sich auf so vieles zu besinnen, und
manche könnten nicht deutlich genug schreiben. Der
Herr Pfarrer, der auch dabey war, nahm aber das
Wort, und sagte: wenn eins von meinen Pfarrkin-
Lern krank wird, so will ich allezeit gern den Bericht
an den Arz nach diesen Fragen aufsetzen; jedoch
müssen die Leute auf Reinlichkeit und gesunde Luft in
-en Krankenstuben halten, wenn ich sie darinn be-
su.
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