Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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Art Speise auf einmal essen , und feste Speise recht
langsam kauen. Man muß nun weniger trinken,
und am liebsten blc sseS Wasser mit ein wenig weissen
Wein vermischt: oder reines gutes Bier , wenn man
daran gewöhnt ist. Bauersleute welche Pferde ha-
ben , thun wohl .wenn sie eine Stunde vor dem Mi,
tagöessen spahieren reiten. Die Leibesbewegung hilft
viel zur Gesundheit. Wer nicht reiten kann , muß
g' hen; beydes muß aber vor dem Mittagsessen ge-
schehen, nicht darnach. Des Abends muß man sehr
wenig essen, bald zu Bett geben, und früh wieder
aufstehen. 7 bis 8 Stunden, länger muß man nicht
im Bett bleiben. Wer 2 bis g Tage verstopft bleibt,
muß eine Klystier nehmen. Man muß nicht eher
wieder ordentlich arbeiten, bis man wieder recht stark
ist. Viele fallen darüber aufs neue in schwere Krank-
Herten, daß sie nach einem Krankenlager nicht eine
oder zwey Wochen länger ruhen und Kräfte sammeln.
Wenn nach einer Krankheit die Schenkel auf-
schwellen , so ist dieses nicht gefährlich, und man
darf nichts dawider brauchen, als ein gelindes Rei-
ben und Waschen mir ein wenig Wein, um die Füße
vom Schmerz zu befreyen und die Ausdünstung
daran zu befördern. Es zertheilt sich von selbst,
wenn man Mäßigkeit im Essen und Trinken hält und
sich Bewegung macht.
Diesen Regeln gehorche, wofern der Arzt, den.
du brauchst , keine andere Ordnung vorschreibt.
Rro. 26.
Bl>as män chun soll, daß bezr Sterb fallen die Leute
mchtcher begraben werden , dis sie wirklich todt sind.
Man hat, leider! gar viele und klägliche Exem-
Pel, daß, LEL sind begrabm welche nicht
' - wahr-
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