Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

Page: 282
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/becker1791/0290
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
2§.r
sich kommt. Nun kleidet man man ihn warmer an und
führt ihn ein wenig Herum, damit er in Bewegung
kommt. Darauf giebt inan ihm viel Wasser mit
Eßig zu trinken, darein man auch etwas Saliter
thun kann, und überläßt die weitere Cur und Her-
stellung dem Doktor.
Man hak auch Exempel, daß Leute im Keller er-
sticken , wenn Bier, junger Wein ( Wemmyst )
oder Aepfel-und Birnmost darinn liegt, welcher
gährt (jeßt oder arbeitet). Da geht aus dem Ge-
tränk, durch die innerliche Bewegung, eine Art
Dunstluft heraus, welche die Lichter auslöschet, und
Menschen und Thiere ersticket. Eben dieses geschie-
het bey den Backen und Schmieden, wenn sie ausger
dampfte Kohlen im Keller aufschütten. Aus solchen
Exempeln ist nun der Aberglauben gekommen, daß
gewisse Geister und Gespenster den Leuten die Lichter
ausblasen, und ihnen den Hals umdrehen sollen ;
welches der liebe Gott gewiß nicht zulassen würde.
Man kann aber einem solchen Unglück auf folgende
Art zuvorkommen. Man laufe nicht gerades Wegs
in einen Keller hinein, wo gährendeS Getränk oder
dunstige Kohlen sind, sondern man werft, ehe mau
hinuntersteigt, angezündetes Stroh oder Papier vor
sich hin. Brennt dieses fort, so ist keine Gefahr
vorhanden: löscht eö aber aus, so muß man beyLeiL
nicht gerad zu gehen; sondern erst den Keller von deu
Lösen Dünsten reinigen. Man legt nämlich vor die
Kellerthür ein Bund Stroh, und zündet es an. Die
Flamme davon zieht nun die Luft außer dem Keller
stark an sich, so daß ein Wind entsteht, welcher die
Dünste hinausjagt. Ist das Blind Stroh verbrannt,
so mache man die Probe noch einmal. Es ist auch
gut, etliche Flintenschüsse hinein zu lhUN. Geschieht
aber
loading ...