Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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ZLS
fäbrlich der Krieg für die Wohlfarth der Bauers-
le tte ist, so gehen dadurch doch nicht so viel Haus-
Hallungen zu Grund , als durch Zank, Streit und
Peezesse. Man soll nicht streiten, als nur wenn eS
nicht anders seyn kann, um Schaden aburwrndeu,
oder wieder zu dem Genügen zu gi langen, wmn eis
nsm ein anderer zu nahe getreten ist. Denn Gott
har uns nicht zu Raubrhieren gemacht, g ndern er
will haben, daß wir friedlich bey einander wohnen,
einer dem andern helfen, und immer besser werden
sollen. Wenn uns nun einer, der noch mchr weis,
daß er dazu auf der Welt ist, Schaden zufügr. eS
sey, worum es wolle: so dürfen wir ihm düß n ohl
verwehren. Nämlich erst mit guten Morten, und
wenn dies nicht hilft, vor der Obrigkeit, die von
Gort dazu gesetzt ist. Ja, in Nothfällen, wenn
uns einer mit gefährlichen Waffen in der Hans an-
greift, darf man sich wohl seiner Haut wehren, und
den Feind, der uns nach dem Leden strebt, zu Bo-
den schlagen, eh er uns trift. Wo aber keine solche
Gefahr ist, muß man die Sache der Obrigkeit übers
lassen. Ist der Schade, der einem zugefügl wird ,
nicht groß, oder nicht so beschaffen, daß er erst in
Zukunft beträchtlich werde: so sucht in Güte ar.szus
kommen, und rechtet erst dann, wenn alle gütliche
Vorschläge nichts mehr helfen wollen. Wenn auch
ein Handelst) beschaffen ist, daß man glaubt, es
könne einem das Recht nicht fehlen, so soll man's
doch wohl überlegen , und ehe man zu einem Doktor
oder Advokaten geht, vorher noch verständige und
unbefangene Leute um Rath fragen: ob die Klage
gerecht sey, und ob man auch, wenn man das Recht
gewinnt, nicht auf der andern Seite mehr für Un-
kosten, Mühe und Versänmniß verliehrt? Über-
haupt
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