Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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Jugend auf zahm machen, allein es seufzt im (Akilleü
zu Gort, wenn man es quält, und Gott straft auch ge-
wiß das Unrecht und die Härte, die man an dem Vreh
verübt. Es ist auch gewiß, je lreber einer sein Vieh
har, und je sorgfältiger er es abwarter, desto bester
gedeihet es, und desto mehr Nutzen bringt es ihm-—
Seyd daher klug und beobachtet nachstehendes:
Der Stall muß ein wenig abhängig für Pferds
und das Rindvieh seyn, daß ste mit den Vorderfüßen
etwas höher stehem Es ist gut, wenn man den Bo,
den so einrichtet, daß man die Dielen oder Läger irrt
Sommer wegnehmen und den Stall erhöhen, im
Winter aber mit Stroh und Streu belegen kann, da-
mit er niedriger und wärmer wird. Pferd - und
Schaafställe müssen ordentliche Fenster haben, denn
irr dunkeln Ställen werden die Pferde scheu, und dis
Schaafe gedeihen nicht gut. Reinlichkeit und frische
Luft ist für alles Vieh eben sowohl ein Gesundheits-
mittel als für die Menschen. Die Viehställe muß
man daher alle Tage, auch im Winker, eineStunds
öffnen, und wenn stinkende Dünste darinnen sind, mit
Eßig und Kranebichsberen räuchern. Das Vieh
muß auch alle Tage gestriegelt und abgetrieben werden,
auch muß man fleißig einstreuen, und jeder Staff
muß oben Luft - oder Zuglöcher haben.
Füttere das Vieh reichlich Mit gutem Futter und
zu rechter Zeit, und schütte ihm nicht alles aufeinmal
vor. Je reiner das Futter und der Baren oder Trog
ist, desto besser gedeiht es-
Damit dein Vieh, wenn etwa die Heu - und
Grummeterndte verunglückt, nicht in Hungersnoth ges
rathe, so baue allezeit vielerlei) gute Futterkrauter und
Gemüse, um allenfalls das Vieh davon zu erhalten»
Setze dich mir dem Fntter immer in Vorrarh, und
halrs
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