Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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halte nicht mehr Vieh, als du gut ausfüttern kannst.
Sieht es um die Heuernde schlecht aus, so besäe ge-
schwind ein Stück Brachfeld mit gemischtem grünen
Futter. Rechne allezeit auf einen langen Winter, und
berechne deinen Fnttecvorrath genau, damit du in Zei-
ten Futter Zu kaufen oder etliche entbehrliche Stücke
Vieh verkaufen kannst, ehe die Noch kommt und du
entweder theures Futter kaufen oder das Vieh um
term Preis verkaufen mußt.
Wenn ein Thier krank wird, welches man an sei-
ner Traurigkeit, kalten Ohren, trüben Augen , erhitz-
ten und trockenen Maul, straubigen Haar. Unlust
zum Fressen und Saufen und andern bekannten Merk-
zeichen mehr wahrnehmsn kann, so macht man den
Anfang der Kur damtt, daß man eö mir der Arbeit
verschormt und ihm kein hartes Futter und kein kaltes
Saufen giebr. Dann gehr man zu einem bewährten
Vieharzt, und kann dieser nicht selbst kommen und das
kranke Vieh sehen, so beschreibt man ihm alle Um-
stände davon eben so akurat, als man sie von ei-
nem kranken Menschen beschreibt.
Die Pferde oder Rosse gesund zu erhalten, samm-
le Saamen von der großen Vrenneffel, trockne ihn ,
und reibe ihn zu Pulver, davon menge oft eine Hand-
voll unter das Furter. Klar geschnittener gemeiner
Rollen - oder Rauchtabak jezuweilen ein halbe Hand-
voll unter das Futter der Rosse gemischt, ist ihnen
sehr gesund und sichert sie vor mancher Krankheit.
Alter Haber und altes Heu sind das gesündeste Futter
für die Rosse. — Die Füsse soll man den Ressen im-
mer trocken und rem halten, beständig auf trockne
Streu stellen und ja die Eisen niemals , wie es leider
durchaus die leidige Gewohnheit ist, heiß aufprobiren»
davon -er Huf über kurz oder lang verdirbt. Wenn
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